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Aktuell Nahost

BND sieht Assad-Regime am Ende

In Syrien sind die Tage von Präsident Assad nach Ansicht des deutschen Auslandsgeheimdienstes gezählt. Derweil kam es an der Grenze zu Jordanien zu einem schweren Vorfall.

"Es gibt viele Anhaltspunkte dafür, dass die Endphase des Regimes begonnen hat", sagte der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Gerhard Schindler, der Tageszeitung "Die Welt". Assads Armee habe etwa 50.000 ihrer einst 320.000 Soldaten verloren. "Darunter sind viele Verwundete, Deserteure und 2000 bis 3000 Überläufer zur militanten Opposition." Und die "Erosion" des Militärs halte an, konstatierte der Chef des deutschen Auslandsgeheimdienstes.

Gerhard Schindler (Foto: dpa)

Gerhard Schindler

Schindler zufolge gibt es in Syrien inzwischen rund 20.000 bewaffnete Aufständische. "Die Widerstandsgruppen sind klein, regional verankert und äußerst wendig. Sie können rasch zuschlagen und Hinterhalte bilden. Wegen ihrer geringen Größe sind sie für Assads Armee kein gutes Ziel." Den regulären Streitkräften stehe eine Vielzahl flexibel agierender Kämpfer gegenüber. "Ihr Erfolgsrezept ist eine Art Guerillataktik. Das zermürbt die Armee zunehmend", berichtete der BND-Präsident über Erkenntnisse seiner Behörde. Nach Einschätzung des BND wird der Widerstand gegen Assad keineswegs von Islamisten dominiert. "Sie sind in der Minderheit", sagte Schindler. Allerdings gebe es radikale Gruppierungen wie die Al-Nusrah-Front, die offenbar Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida habe.

Flüchtlinge unter Feuer

Gefechte wurden von der jordanisch-syrischen Grenze gemeldet. Nach Angaben aus jordanischen Sicherheitskreisen eröffneten syrische Soldaten auf eine Gruppe von etwa 500 Flüchtlingen das Feuer. Die jordanischen Grenzwachen schossen zurück, da die Flüchtlinge schon auf jordanischem Boden waren. Es habe einen etwa 30 Minuten dauernden heftigen Schusswechsel gegeben. Auf jordanischer Seite sei niemand verletzt worden.

Video ansehen 01:25

Syrien-Konflikt droht auf Nachbarländer überzugreifen

Unter den Flüchtlingen waren nach Darstellung syrischer Aktivisten etliche hochrangige Offiziere der Assad-Armee. Die jordanischen Sicherheitskreise konnten hingegen nichts über die Identität der Flüchtlinge sagen. Einige der Ankommenden hätten jedoch eine Vorzugsbehandlung erhalten. Sie seien an einen geheimen Ort gebracht worden, an dem syrische Deserteure beherbergt würden, heißt es.

Mehr tun?

Um von syrischen Oppositionellen "Erfahrungen aus erster Hand" zu erhalten, hält sich US-Außenministerin Hillary Clinton derzeit in der Türkei auf. Sie werde Frauen, Studenten, Blogger treffen, aber keine bewaffneten Kämpfer, verlautete aus dem US-Außenamt. Clinton wolle erfahren, ob Washington mehr tun könne. Die Vereinigten Staaten versorgen die Rebellen unter anderem mit Kommunikationstechnik. Clinton wird auch mit dem türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan und Staatspräsident Abdullah Gül zusammenkommen. Dabei soll es unter anderem um Hilfen für syrische Flüchtlinge gehen.

wa/sti (afp, dpa, rtr, dapd)

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