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Aktuell Afrika

BND: Bürgerkrieg in Libyen destabilisiert Nordafrika

Seit dem Sturz Gaddafis ist die Lage in Libyen chaotisch. Das Bürgerkriegsland biete ein ideales Umfeld für extremistische Gruppierungen, die von dort aus die gesamte Region destabilisieren könnten, warnt der BND.

In einer vom Bundesnachrichtendienst (BND) veröffentlichten Analyse zur Lage in Libyen, heißt es, diese könne die Stabilität anderer afrikanischer Staaten gefährden. Libyen diene seit dem Sturz des Gaddafi-Regimes verschiedenen Terrororganisationen in Nordafrika und der Sahelzone als Logistik- und Ruheraum. Dabei gehe es unter anderem um Strukturen der "Al-Kaida im islamischen Maghreb" (AQM) sowie der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS).

"Problemlos mit Waffen versorgen"

Terroristische Gruppierungen "können sich aufgrund der volatilen Sicherheitslage problemlos mit Waffen und Munition versorgen, diese aber auch in andere Konfliktgebiete wie Mali, Algerien, Ägypten und Nigeria transportieren", warnt der deutsche Auslandsgeheimdienst. "Alle Terrororganisationen waren bisher im Vergleich zu den Milizen in Libyen militärisch unbedeutend", heißt es in der Analyse weiter. Vertreter des IS seien die ersten, die öffentlich einen Machtanspruch auf Libyen erheben würden.

Zwei libysche Regierungen

Seit Monaten ringen in Libyen zwei Regierungen und ihre Milizen um die Macht: eine international anerkannte in der ostlibyschen Stadt Tobruk und eine von Islamisten dominierte in Tripolis. Beide Seiten wollen in dieser Woche ihre Friedensgespräche wieder aufnehmen.

Der libysche IS-Ableger hatte zuletzt im Norden des Landes zwei Ölfelder eingenommen. Nachdem IS-Kämpfer Mitte Februar mehr als 20 koptische Christen enthauptet hatten, griff erstmals Ägypten Stellungen der Islamistenmiliz in Libyen mit Kampfjets an.

nin/uh (dpa, rtr)