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Wirtschaft

BMW will vor Audi und Mercedes bleiben

Im vergangenen Jahr hat der Autohersteller BMW mehr Autos verkauft als Audi und Mercedes. Mit neuen einer Modellen wollen die Bayern die Nummer Eins im Premiumsegment bleiben.

Trotz zäher Erholung in Europa und Problemen in vielen Schwellenländern will BMW den Gewinn 2014 rasant steigern. Das Konzernergebnis vor Steuern, im vergangenen Jahr gerade mal um gut ein Prozent auf 7,9 Milliarden Euro angewachsen, soll deutlich zulegen. Das heiße für BMW "im Übergang vom ein- zum zweistelligen Bereich", sagte Finanzchef Friedrich Eichiner am Mittwoch (19.03.2014). Mit einem angepeilten Gewinnplus von neun bis zehn Prozent legt der sonst vorsichtige Münchner Autobauer die Latte deutlich höher als die Konkurrenz. BMW setzt auf zahlreiche neue Modelle, für die sie höhere Preise verlangen wollen, sowie auf niedrigere Kosten durch die Verwendung von mehr Gleichteilen für verschiedene Fahrzeuge.

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BMW glänzt mit Rekordzahlen (19.03.2014)

An der Börse überzeugte die Prognose die Anleger. Die BMW-Aktien setzten sich mit einem Plus von sieben Prozent an die Spitze des Leitindex Dax. "Der Ausblick ist sehr gut und derzeit werden positive Nachrichten berauschend aufgenommen", sagte ein Händler. Sorge bereitet der Führungsspitze derzeit die Krim-Krise. Sollte der Konflikt in der Ukraine eskalieren und die Konjunktur in Europa beeinträchtigen, dann will BMW seine Erwartungen an 2014 überdenken. "Alles ist fragil", sagte Vorstandschef Norbert Reithofer. "Die Dinge können sich jederzeit ändern." Dennoch blicke er zuversichtlich auf das Jahr 2014.

Modelloffensive für mehr Wachstum

Für Schub sollen bei BMW 16 neue und überarbeitete Modelle sorgen, die 2014 auf den Markt kommen. In Europa will der Konzern vor allem mit Klein- und Kompaktautos wachsen. Für das Elektroauto i3 erhofft sich Reithofer in den USA kräftige Nachfrage. Die Zahl der verkauften Autos werde insgesamt deutlich ansteigen und die Marke von zwei Millionen überspringen, stellte der Manager in Aussicht. Dazu würde allerdings schon ein Plus von knapp zwei Prozent genügen.

Für die Kernsparte Autos kündigte der Konzern eine Rendite zwischen acht und zehn Prozent an, nach 9,4 Prozent im Vorjahr. Ausgaben für neue Antriebsformen wie Elektromobilität blieben hoch, und steigende Personalkosten bremsten ebenfalls das Gewinnwachstum. Damit blieben die Münchner hinter dem Ingolstädter Rivalen Audi, der sich jedoch auf ein Jahr ohne Gewinnzuwachs und auf sinkende Margen einstellt. BMW-Finanzchef Eichiner betonte, er rechne nicht mit weniger Rendite im Autosegment.

Autosalon Genf 2014 BMW 2er Active Tourer

Beispiel für die Modelloffensive: Die neue 2er-Reihe - mit BMW-untypischem Vorderrad-Antrieb

BMW will führender Premiumhersteller bleiben

Künftig will BMW den Absatz gleichmäßiger auf Europa, Asien und Amerika verteilen. 2013 konnten die Münchner - wie die Konkurrenz - die Schwäche auf dem Heimatkontinent mit Zuwächsen in China und USA wettmachen. Auf den beiden weltgrößten Automärkten rechnet BMW mit weiter steigenden Verkaufszahlen und stockt deshalb die Produktionskapazität auf. Nach Rückgängen in vielen Schwellenländern erwartet der Konzern auch dort wieder Wachstum. Russland, mit zuletzt 44.000 verkauften Pkw für BMW ein wichtiger, aber nur mittelgroßer Markt, werde langfristig zulegen, sagte Vertriebschef Ian Robertson. Weltweit habe der Vorstand zehn Märkte ausgemacht, wo man wachsen wolle. Sie lägen in Südamerika, Südostasien, Arabien und Europa, sagte Robertson, ohne konkret zu werden.

2013 verkauften die Münchner rund um den Globus 1,96 Millionen Autos - mehr als je zuvor und auch mehr als Audi oder Mercedes. Mit Blick auf die Rivalen, die BMW den Spitzenplatz in der Oberklasse bis 2020 abluchsen wollen, sagte Reithofer: "Wir bleiben der führende Premiumhersteller der Welt." Der Konzern müsse auch deshalb wachsen, um nicht auf Platz 2 oder 3 zurückzufallen. Allerdings müsse man sich fragen, ob Premiumhersteller "exorbitantes Volumenwachstum" anstreben sollten.

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