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Aktuell Afrika

Blutiges Gemetzel in Nigeria

In Nigeria sollen bei einem Überfall auf drei Dörfer im Zentrum des Landes mindestens 100 Menschen getötet worden sein. Nach Medienberichten töteten die Angreifer ihre Opfer mit Gewehren, Messern und Macheten.

Über die Täter gibt es noch keine gesicherten Informationen. Allerdings sagte ein Abgeordneter des zentralnigerianischen Bundesstaates Kaduna der Nachrichtenagentur AFP, rund 40 Angreifer hätten die Dorfbewohner in der Nacht erschossen oder mit Macheten erschlagen und verbrannt. Mindestens 100 Leichen seien gefunden worden, es gebe auch viele Verletzte. Laut regionalen Medienberichten liegt die Zahl der Todesopfer möglicherweise bei über 200 Menschen. Den Angaben zufolge wurde das Massaker von Mitgliedern des Hirtenvolks der Fulani verübt.

Die Polizei bestätigte die Angriffe auf die Dörfer Angwan Gata, Chenshyi und Angwan Sankwain. Zahlen zu den Opfern nannte die Polizei aber nicht, ebensowenig äußerte sie sich zu möglichen Tätern. "Alle Häuser wurden von den Angreifern niedergebrannt, und Menschen, die versuchten zu fliehen, wurden niedergeschossen", zitierte das Nachrichtenportal CKN Nigeria einen Dorfbewohner.

In der Region Kaduna kommt es immer wieder zu religiös motivierten Auseinandersetzungen, Stammesfehden oder gewalttätigen Streitigkeiten um Vieh, Wasser und Land, die oftmals in blutiger Gewalt mit vielen Todesopfern enden. Die Hirten in der Region gehören zum Volk der Fulani und sind meist Muslime, während die Bauern mehrheitlich christlichen Glaubens sind.

In jüngster Zeit hat die blutige Gewalt im ethnisch und religiös gemischten Zentrum Nigerias stark zugenommen. Erst vor drei Tagen richteten bewaffnete Banden ein Blutbad mit mindestens 113 Toten in mehreren Ortschaften von Kaduna an.

Aus Furcht vor weiteren Überfällen flohen viele Dorfbewohner in den vergangenen Tagen in das umliegende Buschland. Wegen der immer schlechteren Sicherheitslage steht Präsident Goodluck Jonathan verstärkt unter Druck.

Die zunehmende Gewalt in der Region Kaduna hat nach Einschätzung von Afrikaexperten nichts zu tun mit der islamistischen Extremistengruppe Boko Haram, die im Nordosten Nigerias seit Jahren mit blutiger Gewalt für einen islamischen Staat kämpft.

qu/sti (dpa, rtr, afp)