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Aktuell Amerika

Blutiges Attentat bei Batman-Premiere

Bei einer Schießerei in einem Kino im US-Staat Colorado sind zwölf Menschen getötet worden. Zahlreiche Menschen erlitten Verletzungen. Die Polizei konnte den Angreifer festnehmen.

Eine Mutter umarmt ihren Sohn, einen Augenzeugen des Amoklauf in Aurora (Foto: AP)

Eine Mutter umarmt ihren Sohn, einen Augenzeugen des Amoklauf in Aurora

Die Kinogänger in Aurora, einem Vorort von Denver, hatten sich auf die Vorführung des neuen Batman-Films "The Dark Knight Rises" gefreut. Doch dann brach bei der Mitternachtspremiere im voll besetzten Kinosaal ein Inferno aus. Ein dunkel gekleideter Mann mit Gasmaske zündete vor der Leinwand einen Tränengasbehälter und eröffnete das Feuer. Der 24-Jährige erschoss zwölf Menschen und verletzte mindestens 59 weitere.

Unter den Todesopfern sollen auch Kinder sein - das jüngste ist nach Angaben der Zeitung "Denver Post" gerade mal drei Monate alt. "Es ist einfach entsetzlich", sagte ein merklich erschütterter Polizist dem Sender KCNC.

Angreifer mit schusssicherer Weste

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Amoklauf während "Batman"-Premiere in Denver

Der mutmaßliche Täter ließ sich von der Polizei widerstandslos festnehmen. Der 24-jährige Angreifer habe mit drei Schusswaffen gefeuert und habe eine schusssichere Weste getragen, sagte der örtliche Polizeichef. Der Mann wurde von der Polizei als James H. identifiziert. Der Sender NBC berichtet, der junge Mann studiere an der University of Colorado in Aurora Neurowissenschaften.

Über ein Motiv wurde bisher nichts bekannt. Allerdings erklärte die Bundespolizei FBI, sie sehe keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund. "Klar ist, dass die Tat gut vorbereitet war", sagte ein Sicherheitsexperte dem Sender CNN. Inzwischen hat die Polizei festgestellt, dass sich in der Wohnung des Amokläufers eine Sprengfalle befindet. Die Installation wirke ausgeklügelt, teilte die Polizei in Aurora mit.

Sprengstoffexperten vor Ort

Augenzeugen der Bluttat berichteten im US-Fernsehen von schrecklichen Szenen. Menschen hätten blutüberströmt am Boden gelegen. Unter den Kinogästen brach Panik aus. "Die Leute fingen an, aus dem Saal zu rennen, es gab Schüsse, als die Polizisten eintrafen und schrien: 'Runter mit Euch'", berichtete der Zeuge Benjamin Fernandez.

Berichte über einen Komplizen bestätigten sich nicht. Laut dem Fernsehsender NBC News wurde ein Team von Sprengstoffexperten an den Ort des Geschehens in der Hauptstadt des US-Bundesstaats Colorado entsandt. Der Tatort liegt nur 20 Kilometer entfernt vom Schauplatz des Amoklaufs an der Columbine High School im Jahr 1999, bei dem zwei Schüler zwölf Mitschüler und einen Lehrer töteten.

Obama ist "schockiert und "betrübt"

Die Polizei sperrte den Ort der Schießerei weiträumig ab (Foto: AP)

Die Polizei sperrte den Ort der Schießerei weiträumig ab

US-Präsident Barack Obama verkürzte einen Wahlkampfauftritt und zeigte sich "schockiert und tief betrübt" über die tödliche Schießerei. Seine Frau Michelle und er seien schockiert über die "entsetzliche und tragische" Tat. Die Regierung werde alles tun, um die Menschen in Aurora zu unterstützen. In solchen "Momenten der Dunkelheit und Herausforderung müssen wir jetzt wie eine amerikanische Familie zusammenkommen", betonte der Präsident.

Wegen des Amoklaufs wurde die für Freitagabend angesetzte Premiere des Batman-Films auf der Prachtstraße Champs-Elysées in Paris abgesagt. In Deutschland läuft der Film am Donnerstag nächster Woche an. Die große Kinokette Cinemaxx kündigte an, die Präsenz von Sicherheitskräften in ihren Kinos zu erhöhen.

pg/gmf/kle (dpa, dapd, afp, rtr)

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