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Nahost

"Blutiger Montag" in Bagdad

Bei einer bisher beispiellosen Serie von Attentaten sind in der irakischen Hauptstadt Bagdad zahlreiche Menschen getötet und verletzt worden.

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Angriff auch auf Polizeistationen

Über die Zahl der Opfer gibt es noch widersprüchliche Angaben; irakische Behören sprachen zunächst von mindestens 34 Toten und 220 Verletzten. Den Angaben zufolge wurden am Montag (27.10.2003) insgesamt acht Anschläge verübt. Der schwerste Zwischenfall ereignete sich vor dem Hauptquartier des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes. Die Attentäter fuhren mit einem Krankenwagen auf das Gelände, durchbrachen die Sicherheitssperren und zündeten dann eine Bombe, die in dem Wagen versteckt war. Zehn Menschen starben, weitere zehn wurden bei dem Anschlag verletzt.

Bundesregierung verurteilt Anschlag "aufs Schärfste"

Ein Sprecher der deutschen Bundesregierung sagte, man verurteile den Anschlag "aufs Schärfste". Die Anschlagsserie sei gegen die Interessen des irakischen Volkes gerichtet. Das Innenministerium erwägt unterdessen, die Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) aus Bagdad abzuziehen. Ein Sprecher des Ministeriums sagte, man habe immer betont, dass die Arbeit des THW nur so lange gerechtfertigt sei, wie die Sicherheitslage dies erlaube. Momentan werde geprüft, ob die entsprechenden Voraussetzungen noch gegeben seien.

Nach Auffassung der Vereinten Nationen zielt die Anschlagsserie darauf, gezielt Ausländer abzuschrecken. Experten gehen zudem davon aus, dass die Attentäter bewusst das heutige Datum für die Anschlagsserie gewählt haben. Am heutigen Montag begann der Fastenmonat Ramadan; ein wichtiges Ereignis in der islamischen Welt.

Anschlag auf Wolfowitz als Auftakt

Den Auftakt der Anschlagsserie bildete am Sonntag (26.10.2003) ein Attentat auf das Hotel "Rashid" in der Innenstadt von Bagdad. Mit einem Raketenwerfer hatten die Angreifer auf das Hotel gefeuert, in dem vornehmlich US-Soldaten untergebracht sind. Ein Soldat starb bei dem Angriff, mehrere wurden verletzt. Auch der stellvertretende US-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz hielt sich zum Zeitpunkt des Attentats im "Rashid" auf; er blieb aber unverletzt.(jb)

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