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Gescheiterter Staat

Blutiger Machtkampf in Tripoli

Der Westen setzt voll auf die "Einheitsregierung" Libyens als Stabilitätsfaktor und Verhandlungspartner. Die kann jedoch nicht einmal ihre eigene Hauptstadt kontrollieren.

Libyen Konflikt - Soldaten (Getty Images/AFP/M. Turkia)

Islamistische Legionäre unterstützen selbst ernannte "Regierung der nationalen Rettung"

Um die libysche Hauptstadt ist eine regelrechte Schlacht zwischen rivalisierenden Milizen ausgebrochen. Die Zahl der Todesopfer der seit Freitag tobenden Kämpfe steigt ständig an. Das libysche Gesundheitsministerium meldete 78 Todesopfer, darunter Zivilisten. Rund 1000 Menschen seien zudem verletzt worden. Die libysche Nachrichtenseite Al-Wasat berichtete am Samstag von 52 Toten und vielen Verwundeten.

In Libyens Hauptstadt konkurrieren zwei Regierungen um die Macht: die international anerkannte "Einheitsregierung" (GNA) und eine selbst ernannte "Regierung der nationalen Rettung", die mit Islamisten verbunden ist. Deren Kräfte hatten am Freitagmorgen Truppen der Einheitsregierung angegriffen. Augenzeugen berichteten aus mehreren Vierteln von heftigen Gefechten und Rauchsäulen über der Stadt. Seit dem frühen Morgen war wieder Artilleriefeuer zu hören. 

Kämpfe Tripolis Libyen (picture-alliance/AA)

Rauchsäulen über der Hauptstadt Tripoli

In dem nordafrikanischen Land herrscht seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Bürgerkriegschaos. Die Einheitsregierung war unter UN-Vermittlung gebildet worden, konnte ihren Einfluss bisher aber kaum über Tripoli ausdehnen. Im Osten Libyens beansprucht eine dritte Regierung die Macht, getragen von der Armee des Generals Khalifa Haftar.   

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte die Eskalation der Gewalt in Tripoli und rief alle Seiten zur Zurückhaltung auf. Der UN-Libyengesandte Martin Kobler richtete über Twitter einen Appell an die Kriegsparteien, politische Ziele dürften nicht mit Gewalt verfolgt werden.

SC/uh (afpe, rtre, dpa)

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