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Europa

Blutiger Konflikt zwischen Sikhs in Wien

In Österreich ist ein Streit zwischen rivalisierenden Gruppen der indischen Sikh-Religionsgemeinschaft eskaliert: Ein Guru, der eigens zu einer Zeremonie in einem Wiener Sikh-Tempel angereist war, wurde getötet.

Krankenwagen am Tatort (Foto: AP)

Krankenwagen am Tatort in Wien-Rudolfsheim

Bei dem getöteten Guru handelt es sich nach Polizei-Angaben um den 57 Jahre alten Sant Rama Nand. Er erlag in der Nacht zum Montag (25.05.2009) seinen schweren Schussverletzungen. Sant Rama Nand hat in Indien viele Anhänger vor allem aus niederen Kasten. Seine Predigten wurden von Anhängern einer rivalisierenden Sikh-Gruppe offenbar nicht akzeptiert.

Ein langjähriger Streit

Verletzter wird abtransportiert (Foto: dpa)

Ein Verletzter wird ins Krankenhaus gebracht

Wie es heißt, schwelte der Konflikt zwischen traditionalistischen und weniger religiösen Sikh-Gruppen in Wien bereits seit Jahren. Unter den Gläubigen des angegriffenen Sikh-Tempels gibt es Berichten zufolge kaum turbantragende und bärtige Männer. Turban, lange Haare und ungeschnittene Bärte bei den Männern gehören jedoch zu typischen Glaubensvorschriften der Sikh-Religion.

Angreifer schwer verletzt

Laut Augenzeugen hatten am Sonntag bis zu 350 Gläubige an der religiösen Feier in dem Ende 2005 eröffneten Tempel im 15. Wiener Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus teilgenommen. Mitten in der Zeremonie zogen mehrere bärtige und turbantragende Männer Dolche und eine Pistole.

Sikhs in Indien (Foto: AP)

Traditionelle Sikhs in Indien

"Plötzlich haben sie gezielt auf die Prediger geschossen", berichtete eine Augenzeugin. Daraufhin stürzten sich Gläubige auf die Angreifer, überwältigten sie und verletzten sie schwer. Unter den Schwerverletzten befindet sich auch der zweite Prediger Sant Niranjan Dass. Sein Zustand sei nach einer Notoperation stabil, teilten Ärzte mit.

Unruhen in Indien

Im nordindischen Bundesstaat Punjab, der Hochburg der indischen Sikhs, kam es nach Bekanntwerden des Angriffs zu gewaltsamen Protesten. Der Regierungschef des Bundesstaates, Parkash Singh Badal, forderte in scharfen Worten eine umfassende Aufklärung der Tat. (wa/se/dpa/orf)