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Aktuell Afrika

Blutiger Anschlag in Somalia

Kurz vor Beginn des Freitagsgebets haben islamische Extremisten ein Hotel in der somalischen Hauptstadt Mogadischu angegriffen. Ihr Ziel: Politiker, die dort zu Gast waren. Es gibt viele Opfer.

Bei dem Selbstmordanschlag auf ein beliebtes Hotel in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind nach Angaben eines Vertreters im Präsidentenpalast mindestens 25 Menschen getötet worden. Wegen der vielen Schwerstverletzten könnte es noch mehr Tote geben. Unter den Opfern seien auch ein Parlamentarier und der stellvertretende Bürgermeister von Mogadischu, sagte der somalische Sicherheitsbeamte Mohamed Hassan der Deutschen Presseagentur. Es wird vermutet, dass noch mehr Politiker getötet oder verletzt worden sind, da das Central Hotel in der Nähe des Präsidentenpalastes häufig von Abgeordneten und Ministern besucht wird.

Vizebürgermeister von Mogadischu unter den Toten

Zu der Tat bekannte sich die islamistische Al-Shabaab-Miliz, die seit Jahren die Regierung bekämpft. Zunächst hätten die Attentäter eine Autobombe direkt vor dem Hotel gezündet, anschließend sprengte sich offenbar ein weiterer Angreifer mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft. Anschließend kam es zu einer heftigen Schießerei. "Dies ist eine der tödlichsten Attacken der letzten zwei Jahre in Mogadischu", sagte ein anderer Sicherheitsbeamter, der anonym bleiben wollte. "Das Gebäude wurde schwer getroffen, die Explosion war gewaltig, elf Leichen wurden fortgetragen", sagte der Polizist Abulrahman Ali. Unter den Todesopfern war nach Angaben der Regierung auch der Vizebürgermeister von Mogadischu, der Vizeregierungschef und der Verkehrsminister wurden verletzt.

Keine funktionierende Zentralregierung

Die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündete Al-Shabaab-Miliz verübt immer wieder Anschläge in Mogadischu und greift Regierungsgebäude an. Die Islamisten werfen der Regierung und dem Parlament vor allem vor, die Stationierung von Truppen aus afrikanischen Ländern auf somalischem Boden zugelassen zu haben. In dem Land am Horn von Afrika gibt es seit Anfang der neunziger Jahre keine funktionierende Zentralregierung mehr.

Al-Shabaab ist besonders im Zentrum und Süden Somalias aktiv. Obwohl die Miliz bereits 2011 von Truppen der Afrikanischen Union und Regierungssoldaten aus Mogadischu vertrieben worden war, verübt sie dort weiter Angriffe. Auch im Nachbarland Kenia verbreitet die Gruppe ihren blutigen Terror. Sie fordert den Abzug kenianischer Truppen aus Somalia.

cr/hf (dpa, afp)