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Politik

Blutiger Anschlag in Islamabad

Ein Jahr nach der Erstürmung der Roten Moschee in Islamabad sind bei einem Selbstmordanschlag in der Nähe des Baus zahlreiche Menschen getötet worden. Demonstranten hatten zuvor "Vergeltung" für die Erstürmung gefordert.

Polizisten versorgen einen verletzten Kollegen, Quelle: AP

Polizisten versorgen einen verletzten Kollegen

Ein Polizist vertreibt Journalisten, Quelle: AP

Ein Polizist vertreibt Journalisten

Bei einem Anschlag auf eine Polizeistation in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sind am Sonntag (06.07.2008) mindestens 19 Menschen getötet worden, darunter neun Polizisten. Wie der Sender Geo TV berichtete, wurden bei dem Attentat mehr als 40 weitere Menschen verletzt. Ein Sprecher der Stadtverwaltung von Islamabad sagte, die Sicherheitskräfte seien Ziel eines Selbstmordattentäters gewesen. Die Polizei sprach von "mehr als zehn Toten". Fernsehbilder zeigten Krankenwagen im Einsatz, verletzte Sicherheitskräfte wurden abtransportiert. Sicherheitskräfte riegelten den Anschlagsort ab.

Vergeltung gefordert

Ein Soldat während der Belagerung vor dem Sturm auf die Moschee im Juli 2007, Quelle: AP

Ein Soldat während der Belagerung vor dem Sturm auf die Moschee im Juli 2007

Die Explosion ereignete unweit der Roten Moschee im Stadtzentrum, wo zuvor 12.000 Islamisten gegen den Sturm auf das Gotteshaus vor einem Jahr protestiert hatten. Tausende Polizisten sollen zum Schutz der Kundgebung im Einsatz gewesen sein. In Sprechchören hatten die Demonstranten unter anderem Vergeltung für die am 10. Juli vergangenen Jahres von Präsident Pervez Musharraf angeordnete Erstürmung des von extremistischen Koranschülern besetzten Gotteshauses gefordert. Damals waren mehr 100 Menschen ums Leben gekommen. Nach der Militäraktion gegen die Islamisten in der Roten Moschee hatte sich die Sicherheitslage in Pakistan massiv verschärft.

Vor allem im Nordwesten des Landes, der als Hochburg der Extremisten gilt, starben seitdem bei Kämpfen und Anschlägen etwa 3000 Menschen. Unterdessen haben Sicherheitskräfte und militante Islamisten im Grenzgebiet zu Afghanistan eine vorläufige Waffenruhe vereinbart. Nach der Intervention örtlicher Vermittler im Konflikt in der Khyber-Stammesregion seien die Anhänger des radikislamischen Predigers Mangal Bagh bereit, Verhandlungen über ein Ende der Kämpfe aufzunehmen, sagte ein Sprecher der aus Stammesältesten bestehenden Vermittlergruppe am Samstag in Peshawar.

Die Armee des Islam

Ein Opfer wird in eine Klinik gebracht, Quelle: AP

Ein Opfer wird in eine Klinik gebracht

Ziel des Militäreinsatzes, an dem 1300 Soldaten sowie Angehörige von Grenztruppen und Antiterroreinheiten teilnehmen, ist Baghs Organisation Armee des Islam (Lashkar-e-Islam). Dessen Kämpfer hatten in den vergangenen Monaten zunehmend an Einfluss in der Region zwischen Khyber-Pass und der Millionenmetropole Peshawar gewonnen. Der Khyber-Pass ist eine der wichtigsten Verbindungsstraßen zwischen Pakistan und Afghanistan durch das Hindukusch-Gebirge sowie Nachschubweg für die ausländischen Streitkräfte in Afghanistan. (stu)

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