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Aktuell Nahost

Blutiger Anschlag auf Assad-Offiziere

In Syrien sind bei einem Doppelanschlag auf einen Offiziersclub zahlreiche Soldaten getötet worden. Aus dem Grenzgebiet zur Türkei werden heftige Kämpfe gemeldet.

Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, zwei mit Sprengstoff beladene Fahrzeuge seien kurz nacheinander auf das Gelände eines Offiziersclubs in der süd-syrischen Stadt Daraa gerast und dort - offenbar von Selbstmordattentätern - zur Explosion gebracht worden. Aktivisten sprachen von 20 Toten.

Die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete, es habe in Daraa an zwei verschiedenen Orten Autobombenanschläge mit Toten und Verletzten gegeben. Unter den Opfern seien auch Zivilisten. Details nannte Sana nicht.

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Syrische Opposition einigt sich auf Anführer

Kämpfe im Grenzgebiet zur Türkei

Wie die in London ansässigen Menschenrechtsbeobachter und syrische Oppositionsaktivisten mitteilten, haben kurdische Einwohner und Milizen im Nordosten Syriens die Armee von Präsident Baschar al-Assad aus zwei Städten vertrieben. Die Einwohner von Derbassiye und Tall Tamr an der Grenze zur Türkei seien von Kämpfern der kurdischen "Partei der Demokratischen Union (PYD) unterstützt worden. Diese soll Verbindungen zur "Kurdischen Arbeiterpartei" (PKK) haben, die in der Türkei gegen die Sicherheitskräfte kämpft.

Heftige Kämpfe zwischen Truppen des Assad-Regimes und Aufständischen werden um die syrische Grenzstadt Ras al-Ain gemeldet. In den vergangenen beiden Tagen seien fast 50 Menschen getötet worden, teilte die Beobachtungsstelle mit. Nach Angaben syrischer Oppositioneller ist es der "Freien Syrischen Armee" (FSA) der Assad-Gegner gelungen, die Stadt unter ihre Kontrolle zu bringen. Ein FSA-Kommandeur erklärte, Ras al-Ain sei von großer strategischer Bedeutung, weil von dort Verwundete in die Türkei gebracht werden könnten und Nachschub für die Kämpfer kommen könne.

Tausende auf der Flucht

Die Kämpfe in der Region haben neue Fluchtwelle in die Türkei ausgelöst. Binnen eines Tages seien rund 9000 Syrer über die Grenze gekommen, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk mit. Damit seien in den 19 Monaten seit Beginn des zum Bürgerkrieg ausgearteten Volksaufstandes gegen Assad 400.000 Syrer ins Ausland geflüchtet. Allein in der Türkei leben 120.000 registrierte Flüchtlinge in Camps. Hinzu kommen Zehntausende nicht erfasste Syrer in türkischen Grenzorten.

Nach der jüngsten Schätzung der Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden seit Beginn der Proteste gegen Assad rund 38.000 Menschen getötet.

wl/SC (dpa, afp, rtr, dapd)

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