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Aktuell Afrika

Blutiger Anschlag auf algerische Soldaten

Im Norden Algeriens sind mindestens 14 Soldaten bei einem Anschlag getötet worden. Die Einheit sei in Iboudrarene in der Unruheprovinz Kabylei in einen Hinterhalt geraten, teilte das Militär mit.

Elf Soldaten seien bei der tödlichen Attacke nahe der Stadt Tizi Ouzou rund 80 Kilometer östlich der Hauptstadt Algier sofort tot gewesen, verlautete aus Militärkreisen. Drei Verwundete seien später ihren schweren Verletzungen erlegen. Etwa zwölf Soldaten hätten Verletzungen erlitten. Bei den Angreifern habe es sich um eine "Gruppe von Terroristen" gehandelt. Zu möglichen Opfern unter den Angreifern gab es keine Angaben. Die Armee-Einheit war in der Nacht zum Sonntag auf dem Rückweg von einem Einsatz zur Absicherung der Präsidentenwahl.

Islamistische Milizen, die während des Bürgerkriegs in den neunziger Jahren die Streitkräfte bekämpften, sind noch immer in der Bergregion aktiv. Auch die Extremistengruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb hat in der Gegend Anschläge auf Sicherheitskräfte verübt. In der vergangenen Woche hatte die Armee nach eigenen Angaben nahe Iboudrarene zwei "Terroristen" getötet.

Ungefährdeter Wahlsieg Bouteflikas

Aus der Präsidentenwahl am Donnerstag war der algerische Staatschef Abdelaziz Bouteflika als Sieger hervorgegangen. Der 77-Jährige wurde nach amtlichen Angaben mit fast 82 Prozent für eine vierte Amtszeit wiedergewählt. Sein Hauptrivale Ali Benflis kam mit gut zwölf Prozent der Stimmen auf den zweiten Platz. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 52 Prozent und damit rund 23 Prozentpunkte niedriger als 2009. Ein Bündnis von Oppositionsparteien hatte zum Boykott aufgerufen.

Bouteflika hatte trotz seiner nach einem Schlaganfall angeschlagenen Gesundheit und obwohl er im Wahlkampf nicht aufgetreten war, als klarer Favorit gegolten. Er zeigte sich am Donnerstag im Rollstuhl, als er seine Stimme abgab. Es war der erste öffentliche Auftritt seit zwei Jahren. Sein aktulles Ergebnis liegt unter denen der letzten beiden Wahlen: 2009 erhielt der Präsident 85 Prozent, 2004 90 Prozent.

Benflis beklagt "Wahlbetrug"

Benflis kündigte nach der Bekanntgabe des offiziellen Ergebnisses am Freitagabend an, er werde es wegen "massiven Betrugs , gravierender Unregelmäßigkeiten und gekaufter Medien" nicht anerkennen. "Nicht einmal Stalin hatte solche Ergebnisse", unterstrich er mit Blick auf das Resultat für Bouteflika. Die Unzufriedenheit mit dem langjährigen Staatspräsidenten hatte sich am Donnerstag in der Kabylei bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Polizisten und Jugendlichen entladen. Bei den Krawallen wurden etwa 70 Menschen verletzt.

Der ehemalige Regierungschef Ali Benflis kündigte am Samstag an, eine neue Partei gründen zu wollen, die der Jugend zugewandt sein soll. Er habe bereits Beratungen aufgenommen, um die im Wahlkampf entstandene Dynamik zu nutzen, sagte sein Berater der Nachrichtenagentur AFP. Die junge Generation werde bei dem Projekt und in der Führung der künftigen Partei eine Schlüsselrolle spielen.

kle/hf (afp, dpa)