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Afrika

Blutige Tragödie im Südsudan

Stammeskämpfe haben im Südsudan in den vergangenen Tagen möglicherweise Hunderte von Menschen das Leben gekostet. Zehntausende sind nach UN-Angaben auf der Flucht.

Flagge Südsudan (Foto: dapd)

Erschüttert von ethnischen Spannungen: der Südsudan

Lise Grande, die stellvertretende UN-Koordinatorin für humanitäre Hilfe im Südsudan, nannte die Situation in der abgelegenen Region Jonglei nach einem Angriff des Lou-Nuer-Stamms auf den Murle-Stamm "grauenhaft". Es habe zig, vielleicht sogar Hunderte Tote gegeben, berichtete Grande aus der südsudanesischen Hauptstadt Juba. Zehntausende Menschen hätten Pibor und andere Städte verlassen.

Karte Südsudan (Grafik: DW)

"Sie haben kein Wasser, keine Unterkunft und keine Lebensmittel. Die Menschen versteckten sich im Busch. "Es sind 20.000 bis 50.000 Flüchtlinge." Mit Hilfe von UN-Friedenssoldaten sei es den Streitkräften des Landes inzwischen gelungen, die Angreifer zurückzuschlagen, sagte Grande.

Erbitterter Streit um Rinderherden

Vergangene Woche hatte eine Gruppe, die sich selbst als "Weiße Armee der Jugend der Nuer" bezeichnete, angekündigt, "den gesamten Stamm der Murle auszulöschen". Beide Volksgruppen sind dafür berüchtigt, sich gegenseitig Rinder zu stehlen sowie Frauen zu entführen und zur Heirat zu zwingen. Trotz aller Bemühungen, die Menschen in Jonglei zu entwaffnen, sind in der Provinz noch viele Waffen im Umlauf.

Nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg war der Südsudan im Juli 2011 unabhängig geworden. Er gilt als eines der unterentwickeltsten Länder der Welt.

wa/nb (dapd, rtr, afp, dpa)