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Afghanistan

Blutige Taliban-Attacken im Süden und Westen Afghanistans

In der Provinz Kandahar schlugen die Extremisten am heftigsten zu, hier sind fast 70 Tote zu beklagen. Doch auch in Farah mussten viele Soldaten ihr Leben lassen. Und: Die Taliban sind weiter auf dem Vormarsch.

Ausländische Soldaten und einheimische Sicherheitskräfte inspizieren das Gelände nach einem Anschlag im Distrikt Dand in Kandahar (Foto: picture-alliance/Photoshot/S. Seiam)

Soldaten und Sicherheitskräfte inspizieren das Gelände nach einem Anschlag im Distrikt Dand in Kandahar

Bei einer Serie koordinierter Anschläge der radikalislamischen Taliban sind zahlreiche afghanische Polizisten und Soldaten getötet worden. Die Anschläge galten Kontrollpunkten in der südlichen Provinz Kandahar, wo 22 Polizisten umgekommen seien, teilten Behörden mit. Den Angriffen hätten sich stundenlange Gefechte mit Sicherheitskräften angeschlossen, bei denen mindestens 45 Angreifer getötet worden seien. Bei einem der Anschläge auf die Kontrollpunkte sei ein mit Sprengstoff beladenes Polizeifahrzeug verwendet worden, hieß es weiter.

Taliban konnten Posten kurzzeitig erobern

Taliban griffen am frühen Dienstagmorgen auch zwei Kontrollposten der Armee in der westlichen Provinz Farah an. 15 Soldaten starben, wie ein Mitglied des Provinzrats sagte. "Die Taliban konnten einen der Posten kurzzeitig erobern", sagte er. Dann sei Verstärkung und Unterstützung aus der Luft eingetroffen, und er habe zurückerobert werden können. Ein Sprecher der Taliban bekannte sich zu den Angriffen in beiden Provinzen.

Bereits am Montagabend waren in Farah nach Behördenangaben neun Soldaten und mindestens drei Zivilisten getötet worden. Zudem wurden bei einem Selbstmordanschlag auf einen US-Konvoi in Kandahar vier Angehörige der NATO-Streitkräfte verletzt, wie ein Sprecher der Mission "Resolute Support" mitteilte. Ihr Gesundheitszustand sei stabil.

Kontrolle über 40 Prozent des Staatsgebiets

Im Oktober waren bei einer Reihe schwerster islamistischer Anschläge innerhalb weniger Tage hunderte Menschen getötet worden. Schon zuvor hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, das Truppenkontingent seines Landes in Afghanistan um 3000 weitere Soldaten aufzustocken. Grund für die Erhöhung ist das Wiedererstarken der Taliban, die inzwischen fast wieder 40 Prozent des afghanischen Staatsgebiets kontrollieren. Angriffe der radikalislamischen Kämpfer auf Einrichtungen von Polizei und Armee - insbesondere nachts - finden inzwischen fast jeden Tag statt.

sti/djo (afp, dpa, rtr)