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Aktuell Welt

Blutige Proteste gegen Koran-Verbrennung gehen weiter

Bei Demonstrationen gegen die Koran-Verbrennung in Afghanistan hat es erneut Tote gegeben. Im Innenministerium wurden zudem zwei US-Militärberater erschossen. Die Taliban bekannten sich zu der Tat.

Demonstranten in Afghanistan (Foto: rtr)

Wut und Hass auf die USA treiben die Demonstranten auf die Straße

Bei neuen Protesten gegen die Verbrennung von Koran-Exemplaren durch US-Soldaten in Afghanistan sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Viele weitere Menschen wurden verletzt, wie die Behörden mitteilten.

Auch nach der offiziellen Entschuldigung durch US-Präsident Barack Obama zogen wieder Tausende Menschen in verschiedenen Landesteilen auf die Straßen, um ihrem Ärger über das Verhalten der Soldaten Luft zu machen. Allein drei Menschen wurden bei Vorfällen in der nördlichen Provinz Kundus, wo die Bundeswehr im Einsatz ist, von afghanischen Sicherheitskräften durch Schüsse getötet.

Hunderte Menschen hätten zudem versucht, ein UN-Gebäude zu stürmen. Sie konnten aber von der Polizei zurückgehalten werden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums.

Mindestens 28 Tote seit Beginn der Proteste

Seit Beginn der Ausschreitungen am Dienstag wurden nach offiziellen Angaben mindestens 28 Menschen getötet. Hunderte wurden verletzt. Auslöser der Proteste war der Fund von verkohlten Koran-Exemplaren durch afghanische Arbeiter auf einer Müllhalde des US-Stützpunkts Bagram bei Kabul.

US-Soldaten sollen die Bücher verbrannt haben, was bei Muslimen als Gotteslästerung gilt. US-Präsident Barack Obama entschuldigte sich für den Vorfall und sprach von einem schrecklichen Fehler.

Schießerei nach Streit im Ministerium

Bei einem Schusswechsel im afghanischen Innenministerium in Kabul wurden unterdessen zwei US-Militärberater getötet. Das berichteten Behördenmitarbeiter und örtliche Fernsehsender. Vorausgegangen sei ein Streit, sagte ein Mitarbeiter des Ministeriums. Über die Nationalität der Opfer machte er keine Angaben.

Die Taliban bekannten sich zu der Tat, sprachen aber von vier getöteten US-Beratern. Die Nato dagegen bestätigte, dass zwei Angehörige der Nato-Schutztruppe ISAF getötet wurden. Ein Sprecher sagte, die Nato ziehe nun ihr Personal aus allen afghanischen Ministerien aus Sicherheitsgründen ab.

gri/det (rtr, dpa, dapd)

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