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Aktuell Nahost

Blutige Kämpfe zwischen Huthi-Rebellen und Armee im Jemen

Seit Wochen protestieren Rebellen in der Hauptstadt des Jemens. Jetzt erreichen die Kämpfe eine neue Dimension: Es gab viele Tote. Das TV-Programm fiel aus, weil auch der Sender unter Beschuss geriet.

Die Kämpfe zwischen schiitischen Huthi-Rebellen und der Armee in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind den zweiten Tag in Folge eskaliert. Beide Seiten beschossen sich am Freitag mit schweren Waffen rund um das Hauptgebäude des staatlichen Fernsehens, wie Mitarbeiter des TV-Senders mitteilten. Demnach war die Ausstrahlung des Programms zeitweise unterbrochen, nachdem Mörsergeschosse das Gebäude getroffen hatten.

Luftverkehr eingestellt

Bereits am Donnerstagabend waren mindestens zwei Wachmänner am Sitz des Fernsehens getötet worden. Außerdem nahmen die Rebellen zwei Kontrollpunkte des Militärs ein. Einer davon liegt in der Nähe des Flughafens, weswegen der Luftverkehr zum Erliegen kam, wie jemenitische Medien berichteten. Ausländische Airlines hätten ihre Verbindungen gestrichen.

Auch in anderen Stadtteilen Sanaas kam es zu heftigen Zusammenstößen. Zwischen Huthis und der Armee brechen in Sanaa seit zwei Wochen immer wieder blutige Kämpfe aus. Dabei starben in den vergangenen Tagen laut der Internetseite Mareb Press mehr als 75 Menschen. Über Zahlen von Opfern gibt es allerdings unterschiedliche Angaben. Die Nachrichtenagentur AP meldet mindestens 120 Tote am Donnerstag und Freitag. Bei AFP ist davon die Rede, allein am Donnerstag seien vor den Toren der Hauptstadt fast 40 Menschen getötet worden.

Huthi-Kämpfer in der Hauptstadt Sanaa (Foto: Reuters)

Sturm auf die Hauptstadt: Huthi-Kämpfer in Sanaa

"Sie wollen den Zusammenbruch des Staates"

Geflohene Einwohner aus dem Norden Sanaas berichten von einer sehr angespannten Lage. Jemens Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi warf den Huthis vor, sie wollten den Staat zum Zusammenbruch bringen. Die schiitischen Rebellen fordern den Rücktritt der Regierung und die Senkung der Treibstoffpreise. Zudem streben sie mehr Unabhängigkeit für ihre Gebiete im Norden des Landes an.

In den vergangenen Monaten hatten die Rebellen ihre Kontrolle immer weiter Richtung Hauptstadt ausgedehnt. Ihre Anhänger errichteten in Sanaa mehrere Protestlager. Die Regierung wirft ihnen vor, sie wollten mit Hilfe des Irans einen schiitischen Staat errichten.

Immer neue Kämpfe

Auch in anderen Regionen des armen Landes im Süden der arabischen Halbinsel brechen immer wieder Kämpfe zwischen Huthis und der Armee aus. Der UN-Gesandte Dschamal Benomar bemüht sich seit einigen Tagen, ein Abkommen zwischen Regierung und Rebellen zu vermitteln.

Nach Angaben von AFP haben die schiitischen Rebellen derweil ihre Bereitschaft zu einer Waffenruhe signalisiert. Rebellenchef Abdelmalek al-Huthi habe zwei Vertreter zur Unterzeichnung eines Abkommens in den kommenden Tagen ernannt. Details zu der angeblichen Übereinkunft sind nicht bekannt.

Seit zwei Wochen kommt es vor allem im Norden und Osten der Hauptstadt immer wieder zu blutigen Zusammenstößen zwischen Soldaten und Huthi-Rebellen. Die jemenitische Luftwaffe hatte daraufhin begonnen, Angriffe auf Huthi-Stellungen zu fliegen.

jj/rb (dpa, afp)