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Aktuelles

Blutige Anschläge gegen Schiiten im Irak

Eine Serie von Anschlägen hat Bagdad und den Süd-Irak erschüttert. Mehr als 70 Menschen wurden getötet, viele weitere verletzt. Die Sprengsätze richteten sich vor allem gegen die schiitische Bevölkerung.

Passanten besichtigen den Tatort des Anschlags in in Sadr City in Bagdad (Foto: Reuters)

Passanten besichtigen den Tatort des Anschlags in in Sadr City in Bagdad

Am Donnerstagmorgen gingen mehrere Sprengsätze im Raum Bagdad hoch. Die Behörden gaben die Zahl der Getöteten mit mindestens 30, die der Verletzten mit etwa 70. Die Anschläge wurden in vorwiegend von Schiiten bewohnten Vierteln der Hauptstadt verübt. Zunächst detonierten zwei Bomben im verarmten Stadtteil Sadr City im Nordosten der Stadt. Kurz darauf explodierten zwei Autobomben im Nordwesten Bagdads, im Bezirk Kadhimija. Viele der Opfer sind Tagelöhner, die am Straßenrand auf Arbeitsaufträge warteten.

Einige Stunden später wurden nahe Nassirija im Süden des Landes bei einem Selbstmordanschlag auf schiitische Pilger mindestens 45 Menschen getötet. Die Behörden teilten mit, der mit einem Sprengstoffgürtel ausgerüstete Attentäter habe in Batha zudem etwa 60 Menschen verletzt. Die Pilger waren auf dem Weg zum Heiligen Schrein von Kerbela.

Alte Konflikte brechen nach US-Abzug wieder auf

Martin Kobler (Foto: dapd)

Kobler versucht im Irak zu vermitteln

Der Irak befindet sich derzeit in einer schweren innenpolitischen Krise, die von Differenzen zwischen der schiitischen Bevölkerungsmehrheit und der sunnitischen Minderheit geprägt ist. Der UN-Sondergesandte für den Irak, Martin Kobler, sieht zwischen der Zunahme der Terroranschläge und der Eskalation des politischen Streits einen Zusammenhang. Die Spannungen zwischen den muslimischen Glaubensrichtungen waren nach dem Abzug der letzten US-Truppen im vergangenen Monat wieder aufgebrochen.

Fast neun Jahre nach Beginn des Irakkriegs hatten am 18. Dezember 2011 die letzten US-Kampftruppen das Land verlassen. Zum Abschluss des Abzugs überquerte ein letzter Konvoi mit rund 500 Soldaten und mehr als 100 zumeist gepanzerten Fahrzeugen die Grenze zum Nachbarland Kuwait.

US-Präsident Barack Obama hatte im Oktober angekündigt, dass bis zum Jahresende die letzten US-Soldaten aus dem Irak abgezogen würde. Die USA würden dem Land aber weiter partnerschaftlich zu Seite stehen. Die US-Truppen waren, unterstützt von einer internationalen Koalition, im März 2003 in den Irak einmarschiert, um den damaligen Machthaber Saddam Hussein zu stürzen. In dem umstrittenen Krieg wurden fast 4500 US-Soldaten und Zehntausende Iraker getötet.

qu/se/kle/ml (dpa,rtr,afp,dapd)

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