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Afrika

Blutdiamant aus Sierra Leone für Topmodel

Topmodel Naomi Campbell soll vom Ex-Diktator Liberias, Charles Taylor, einen "Blutdiamanten" geschenkt bekommen haben. Der Stein wird möglicherweise als Beweisstück im Prozess gegen Taylor geltend gemacht.

Charles Taylor und Naomi Campbell(Foto:dpa)

Angeblich hat Charles Taylor Naomi Campbell einen Blutdiamanten geschenkt...

Im Prozess gegen den Diktator CharlesTaylor sind neue Vorwürfe erhoben worden. Die Hauptanklägerin Brenda Hollis beschuldigte den ehemaligen liberianischen Präsidenten in einem Kreuzverhör am Donnerstag (15.01.2010), dem britischen Supermodel Naomi Campbell einen sogenannten "Blutdiamanten" geschenkt zu haben, den ihm zuvor die Junta in Sierra Leone übergeben hatte. Taylor habe Campbell den Diamanten 1997 nach einem von Nelson Mandela veranstalteten Abendessen überreicht, sagte Hollis. Taylor bezeichnete die Anschuldigung als "unzutreffend, absurd und als völligen Humbug."

Stars im Zeugenstand?

Diamanten aus Sierra Leone(Foto:AP)

...ein Geschenk, das ihm vor dem Sondertribunal in Den Haag zum Verhängnis werden könnte...

Ob das 39-jährige Model nun in den Zeugenstand treten muss ist bislang unklar. Auch über eine Vorladung der Schauspielerin Mia Farrow, von der der Hinweis über das Geschenk angeblich stammen soll, wird derzeit noch beraten. Die Schauspielerin selbst ist derzeit in Afrika unterwegs und zu keiner Stellungnahme bereit. Auch Naomi Campbell wollte sich nicht öffentlich zu dem Fall äußern. Die Staatsanwaltschaft ist jedoch fest davon überzeugt, dass der Stein aus einer größeren Diamantenlieferung aus dem Bürgerkriegsland Sierra Leone stammt, die Taylor heimlich weiter nach Südafrika verkaufen wollte.

Langwieriger Prozess

Charles Taylor (Foto:AP)

...denn sie wurden im Bürgerkrieg von Sierra Leone gegen Waffen eingetauscht...

Bereits seit Januar 2008 ermittelt ein Sondertribunal in Sierra Leone und Den Haag gegen Charles Taylor. Dem ehemaligen Machthaber Liberias wird vorgeworfen, in der zweiten Hälfte der 90er Jahre den Bürgerkrieg im Nachbarland Sierra Leone geschürt zu haben. So soll Taylor die dortigen Rebellen der Revolutionären Einheitsfront (RUF) mit Waffen beliefert und im Gegenzug dazu Tropenhölzer und Diamanten erhalten haben. Diese "Blutdiamanten" soll der Diktator dann mit Hilfe von Zwischenhändlern zu Geld gemacht haben, so die Staatsanwaltschaft.

Schwere Verbrechen

Verstümmelt im Bürgerkrieg von Sierra Leone (Foto:dpa)

...ein Krieg, den Taylor unterstützt haben soll und unter dessen Folgen die Menschen noch leiden

Zudem muss sich Taylor in elf Fällen wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten und wird des Mordes, der Massenvergewaltigung, Zwangsrekrutierung von Kindern als Soldaten und Plünderung beschuldigt. Taylor selbst bezeichnet sich in allen Anklagepunkten für nicht schuldig und bestreitet alle Vorwürfe vehement.

In Sierra Leone, dem Nachbarstaat Liberias, starben während des Bürgerkrieges von 1991 bis 2001 rund 120.000 Menschen, mehrere Tausend wurden verstümmelt.

Autorin: Michaela Paul

Redaktion: Christine Harjes