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Nahost

Blutbad in Bagdad

Bei zwei Bombenanschlägen im Irak sind mindestens 132 Menschen getötet und mehrere Hundert verletzt worden. Ein Regierungssprecher vermutete einen Zusammenhang mit der im Januar geplanten Parlamentswahl.

Zerstörtes Gebäude (Foto: AP)

Das zerstörte Justizministerium

Die zwei Autobomben explodierten am Sonntag (25.10.2009) im Zentrum der irakischen Hauptstadt Bagdad kurz hintereinander während des morgendlichen Berufsverkehrs. Die erste Bombe detonierte in der Nähe des Justizministeriums, die zweite nur wenige Minuten später neben dem Gebäude der Provinzverwaltung. Beide Gebäude liegen nahe der schwer bewachten so genannten Grünen Zone, in der der irakische Regierungssitz und die meisten westlichen Botschaften liegen.

Augenzeugen berichteten, in ausgebrannten Autos und auf der Straße hätten zahlreiche Leichen gelegen. Nach Polizeiangaben wurden mindestens 132 Menschen getötet und mehr als 600 verletzt.

Dichte Rauchwolken über Bagdads Zentrum

Zerstörtes Gebäude (Foto: AP)

Nach dem Anschlag beim Justizministerium

Durch die Wucht der Explosionen wurden umliegende Gebäude stark beschädigt, Fensterscheiben gingen zu Bruch. Abwasserleitungen zerbarsten und setzten ganze Straßenzüge unter Wasser. Über dem Zentrum der Stadt stiegen nach den Anschlägen dichte schwarze Rauchwolken auf. Die Polizei riegelte die Zufahrtsstraßen ab.

Ministerpräsident Nuri el Maliki machte sich vor Ort ein Bild vom Ausmaß der Anschläge. Er sprach mit Sicherheits- und Hilfskräften, verzichtete aber zunächst auf eine offizielle Stellungnahme zu den Attentaten.

Regierungssprecher Ali el Dabbagh erklärte, die Anschläge wiesen die Handschrift vom Terrornetzwerk El Kaida und seinen Verbündeten auf und könnten gegen die geplante Parlamentswahl im Januar 2010 gerichtet sein. Der Nationale Sicherheitsrat im Irak bemüht sich zurzeit um eine Beilegung des Streits um ein neues Wahlrecht.

Zahl der Anschläge wieder stark gestiegen

Zerstörtes Haus (Foto: AP)

Spuren des Terrors: Anschlag am auf das Außenministerium am 24.08.2009

Ob die Sprengsätze ferngezündet oder von Selbstmordattentätern ausgelöst wurden, war zunächst unklar. Auf jeden Fall aber "galten sie der Regierung und dem politischen Prozess in diesem Land", sagte Generalmajor Qassim el Mussawi vom städtischen Kommandozentrum in Bagdad.

US-Präsident Barack Obama hat den schweren Doppelanschlag scharf verurteilt. Die Anschläge könnten den Mut und die Widerstandskraft der Iraker jedoch nicht brechen, erklärte Obama in Washington. Die USA würden dem Land auch weiterhin dabei helfen, Frieden, Sicherheit und Gerechtigkeit zu erlangen.

Autorin: Ursula Kissel (afp, dpa, ap, rtr)
Redaktion: Dirk Eckert

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