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Aktuell Welt

Blutbad in Bagdad

Es ist der verheerendste Anschlag im Irak seit Monaten. Ein Attentäter riss offenbar in einem Konflikt zwischen den Religionen mindestens 25 Menschen mit in den Tod.

Feuerwehrmänner suchen in den Trümmern nach Opfern des Anschlags in Bagdad. (Foto:AP)

Selbstmordanschlag in Bagdad

Der Attentäter zündete in der Hauptstadt eine Autobombe vor der Behörde, die sich um Glaubensangelegenheiten für Schiiten kümmert. Die Stiftung streitet seit langem mit der entsprechenden sunnitischen Stiftung darum, wer ein bedeutendes muslimisches Mausoleum in der mehrheitlich sunnitischen Stadt Samarra, verwalten darf. Sunnitische Politiker verurteilten den Anschlag. Dieser diene dem Zweck “Unfrieden zwischen den verschiedenen Religionsgruppen zu stiften“, erklärten sie. Kurz nach dem Anschlag auf die schiitische Behörde schlugen, offenbar aus Vergeltung, Granaten nahe der Behörde ein, die für Sunniten zuständig ist.

Premier Al-Maliki angeschlagen

Das Attentat bringt den Regierungschef Nuri Al-Maliki in Not. Seit etwa einem halben Jahr herrscht im Irak eine offene politische Krise: Sunnitische und kurdische Politiker werfen dem Ministerpräsidenten einen zu autoritären Führungsstil vor. Al-Malikis schiitischer Koalitionspartner Muktada al-Sadr forderte dessen Rücktritt: “Al-Maliki sollte zum Wohle des irakischen Volkes zurücktreten“, so der radikale Schiitenprediger. Im Parlament werden Unterschriften für ein Misstrauenvotum gegen den Pemier gesammelt. Angeblich sollen seine Gegner die Mehrheit der 325 Abgeordneten auf ihrer Seite haben. Sie wollen keine Neuwahlen, sondern streben an, einen anderen Politiker aus dem Schiitenbündnis zum Regierungschef zu wählen.

Die Gewalt im Irak insgesamt ist zwar in den vergangenen Jahren zurückgegangen, gehört aber immer noch zum Alltag der Menschen. Im Mai wurden nach amtlichen Angaben 132 Menschen bei Angriffen und Anschlägen getötet. Am vergangenen Donnerstag waren bei mehreren Bombenanschlägen in der Hauptstadt mindestens 17 Menschen getötet worden.

nem/SC (dpa, afpe, APE)