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Amerika

Blutbad in amerikanischem Sozialzentrum

Mindestens 14 Tote und etliche Verletzte - das ist die traurige Bilanz eines neuen blutigen Dramas in den USA. Zu der Tat bekannten sich überraschend die pakistanischen Taliban.

Polizeiabsperrung vor Tatort in Binghamton (Foto: AP)

Ein neuer Amoklauf erschüttert die Vereinigten Staaten

Nach Angaben der Behörden drang ein schwer bewaffneter Mann am Freitag (03.04.2009) in das Gebäude eines Sozialzentrums in der Stadt Binghamton im US-Bundesstaat New York ein und schoss zunächst auf zwei Mitarbeiterinnen am Empfang. Anschließend feuerte er in einen nahe gelegenen Raum, wo Einwanderer sich einer Prüfung für die US-Staatsbürgerschaft unterzogen. Eine der Rezeptionistinnen wurde laut Polizei getötet, die zweite stellte sich tot und alarmierte die Sicherheitskräfte. Diese waren binnen Minuten mit einem Großaufgebot zur Stelle.

Der Bürgermeister von Binghamton, Matthew Ryan, sagte, es könne lange dauern, bis alle Opfer identifiziert seien, da viele von ihnen nicht aus den USA stammten. Wie es hieß, wurde auch der mutmaßliche Täter tot in dem Gebäude aufgefunden. Die Polizei geht davon aus, dass er sich mit einem Kopfschuss selbst umbrachte.

Bis zu 40 Geiseln

Eingang zur 'American Civic Association' (Foto: AP)

Tatort: Die 'American Civic Association' in Binghamton

Bei dem mutmaßlichen Täter soll es sich um einen 42-jährigen Mann mit asiatisch klingendem Namen aus der nahe gelegenen Stadt Johnson City handeln. Vorübergehend hatte er bis zu 40 Menschen in seiner Gewalt.

Den Hintereingang des Gebäudes hatte der Angreifer mit seinem Wagen blockiert. "Es ist offensichtlich, dass die Tat geplant war", sagte Polizeichef Joseph Zikuski. "Er stellte sicher, dass niemand fliehen konnte."

Pakistanische Taliban bekennen sich

Zu dem Amoklauf bekannte sich der pakistanische Taliban-Führer Baituallah Mehsud. "Ich übernehme die Verantwortung. Das waren meine Männer", sagte Mehsud am Samstag in Telefonaten mit dem britischen Sender BBC und pakistanischen Medien. Er habe die Tat als Vergeltung für US-Raketenangriffe auf pakistanisches Gebiet angeordnet.

In den USA hatte es zuvor keinerlei Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund der Tat gegeben. Ein pakistanischer Sicherheitsexperte sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Äußerungen Mehsuds seien nicht ernst zu nehmen. Dieser sei gar nicht zu Angriffen in Amerika fähig. Die USA haben allerdings auf die Ergreifung des Taliban-Führers eine Belohnung von fünf Millionen Euro ausgesetzt.

"Ein tragischer Tag"

Barack Obama (Foto: AP)

Zeigt Mitgefühl: Barack Obama

US-Präsident Barack Obama zeigte sich schockiert über die Tat. Seine Frau Michelle und er seien "tieftraurig" angesichts dieses "Aktes sinnloser Gewalt", erklärte Obama in Baden-Baden. "Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und den Bewohnern von Binghamton." US-Vizepräsident Joe Biden ergänzte: "Wir müssen einen Weg finden, mit dieser sinnlosen, sinnlosen Gewalt umzugehen." New Yorks Gouverneur David Paterson sprach von einem "tragischen Tag" und einer "furchtbaren Situation".

Häufung von Gewalttaten

Die Schießerei erinnert an ähnliche Tragödien in den vergangenen Jahren in den USA: Erst Ende März richtete ein Amokläufer ein Blutbad in einem Altenheim im Bundesstaat North Carolina an. Die Bilanz: acht Tote. Am 10. März tötete ein Amokläufer in drei Ortschaften im Bundesstaat Alabama zehn Menschen und sich selbst. Im Januar dieses Jahres erschoss ein Vater in Kalifornien seine fünf Kinder und deren Mutter. Danach nahm er sich selbst das Leben. Verzweiflung über seine wirtschaftliche Lage war vermutlich das Motiv des Täters. Im Dezember 2008 lief ein als Weihnachtsmann verkleideter Mann bei einer Feier in Kalifornien Amok. Er erschoss aus Frust über seine Scheidung neun Menschen und sich selbst. Im April 2007 tötete ein Student in Virginia 32 Menschen und sich selbst. (wa/la/gri/fp/rtr/dpa)

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