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Politik

Blutbad beim Hundekampf in Kandahar

Ein Selbstmordattentäter hat bei einem Hundekampf in der südafghanischen Taliban-Hochburg Kandahar mindestens 80 Menschen in den Tod gerissen - einer der blutigsten Anschläge seit dem Sturz der Taliban.

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Der Ort des Attentats

Bei einem der blutigsten Selbstmordanschläge in Afghanistan seit dem Sturz der Taliban vor sechs Jahren sind nach offiziellen Angaben 80 Menschen getötet worden. Dutzende weitere Menschen seien bei dem Anschlag in Kandahar verletzt worden, sagte der Provinzgouverneur Assadullah Chalid am Sonntag (17.2.2008). Ein Sprecher des Kabuler Gesundheitsministeriums, Abdullah Fahim berichtete von 67 Toten und 90 Verletzten.

Ziel Milizenführer

Zu dem in Afghanistan äußerst populären Hundekampf-Spektakel hatten sich auf einem Feld am Rande Kandahars mehr als 300 Menschen versammelt, darunter mehrere Führer afghanischer Milizen, hieß es weiter. Augenzeugen berichteten, Leibwächter eines Milizführers hätten nach der vom Selbstmordattentäter ausgelösten Explosion in die Menge geschossen. Wali Karsai, ein Bruder des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai, sagte, Ziel des Angriffes sei ein Milizführer namens Abdul Hakim Dschan gewesen. Dschan sei unter den Toten, sagte Wali Karsai, der Präsident des Provinzrats von Kandahar ist.

Die Region Kandahar gilt als Hochburg der radikal-islamischen Taliban. Von hier aus hatten sie Afghanistan unter ihre Kontrolle gebracht, und auch sechs Jahre nach ihrer Vertreibung von der Macht durch die USA und ihre Verbündeten haben sie hier noch immer großen Einfluss. In der Region sind die Taliban noch immer besonders aktiv. Sie haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Selbstmordattentate und andere Angriffe verübt, um ausländische Truppen aus dem Land zu vertreiben.

Der Anschlag in der einstigen Taliban-Hochburg könnte einer der tödlichsten seit dem Sturz der radikalislamischen Gruppe Ende 2001 sein. Der bisher folgenschwerste erfolgte im vergangenen November in Baghlan. Nach dem Angriff eines Selbstmordattentäters schossen Leibwächter von Politikern um sich. Insgesamt wurden 70 Menschen, darunter sechs Parlamentsabgeordnete sowie 58 Lehrer und Schüler, getötet. (sams)

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