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Aktuell Asien

Blutbad bei Trauerfeier

Die Serie von Selbstmordattentaten im Irak reißt nicht ab. In Tus Churmatu im Norden des Landes tötete ein Unbekannter bei einer schiitischen Trauerfeier mehr als 40 Menschen.

Die Trauerfeier wurde zur tödlichen Falle: Angehörige und Freunde des am Dienstag erschossenen Schwagers des Vize-Vorsitzenden der Turkmenen-Front des Irak, Ali Haschem Oghlu, hatten sich in der Moschee von Tus Churmatu versammelt. Nach Polizeiangaben mischte sich der Selbstmordattentäter unter die Trauergemeinde und zündete einen Sprengstoffgürtel. Mindestens 42 Menschen starben, mehr als 80 wurden verletzt.

Religion und Gewalt

Der Anschlag war der blutigste Angriff im Irak seit Juli. Immer wieder sind Schiiten in der Vergangenheit Ziel von Anschlägen durch radikale sunnitisch geprägte Gruppen wie Al Kaida gewesen. Nach dem Abzug der US-Truppen aus dem Irak hat sich der Machtkampf zwischen Schiiten, Sunniten und den Angehörigen anderer ethnischer Minderheiten verschärft.

Im Norden des Landes mehren sich in den vergangenen Wochen die Proteste gegen die Politik von Regierungschef Al Maliki. Der Schiit Al Maliki wird immer häufiger auch von Angehörigen seiner eigenen Glaubensrichtung kritisiert. Sunnitische Gruppen wiederum demonstrieren seit Wochen für die Freilassung ihrer Gefangenen, die unter Terrorverdacht verhaftet wurden und zum Teil schon seit Jahren auf ihren Prozess warten. Außerdem wirft ihm die Opposition vor, sich an die Macht zu klammern, ohne den Ausgleich mit anderen politischen Kräften zu suchen.

Erst gestern waren bei Anschlägen rund um die irakische Hauptstadt Bagdad 26 Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden. Bei einer Anschlagsserie zwischen dem 15. und 17. Januar waren landesweit fast 90 Menschen getötet worden. Zu diesen Attentaten hatte sich das Terrornetzwerk Al Kaida bekannt.

mak/sc (dpa, afp)