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Welt

Blutbad auf pakistanischer Marinebasis

Es war ein Racheakt für die Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden: Die Taliban haben sich zu einem Angriff auf einen Marinestützpunkt im pakistanischen Karatschi bekannt. Die blutige Bilanz: Mindestens 12 Tote.

Feuer und Rauch steigen über der Militärbasis auf(Foto: dapd)

Ziel des Angriffs: Der Marinefliegerhorst in Karatschi

16 Stunden erbitterte Gefechte - dann hatte das pakistanische Militär nach eigener Darstellung die von muslimischen Extremisten überfallene Marinebasis in Karatschi wieder unter Kontrolle. Es gebe keinen Widerstand mehr. Das Hauptgebäude der Basis sei eingenommen worden, sagte ein Armee-Sprecher. Einsatzkommandos durchkämmten aber weiter das Gelände.

Schwer bewaffnet

In der Nacht zum Montag (23.05.2011) waren bis zu 20 mit Granaten und Sturmgewehren bewaffnete Taliban-Kämpfer in die Basis eingedrungen und hatten sich in einem Gebäude auf dem weitläufigen Areal verschanzt. Bei anschließenden Feuergefechten wurden nach Darstellung der Marine 12 Sicherheitskräfte getötet. Auch zwei Flugzeuge seien zerstört worden. Was aus den Angreifern wurde, ist unklar.

Flammen und Rauch steigen über der Militärbasis auf (Foto: dpa)

Die Angreifer lösten eine Serie von Explosionen auf dem Stützpunkt aus

Rache für Osama

Taliban-Sprecher Ahsanullah Ahsan bestätigte, dass es sich bei dem Angriff um einen Racheakt für die Tötung des Al-Kaida-Führers Osama bin Laden durch ein US-Spezialkommando gehandelt habe. "Sie wollen da nicht lebend rauskommen, sie sind hineingegangen, um als Märtyrer zu sterben", sagte Ahsan über die Angreifer. Zugleich kündigte er weitere Angriffe an.

Haus von Osama bin Laden in Abbottabad (Foto: AP)

Unterschlupf in Pakistan: Bin Laden lebte jahrelang in diesem Haus in Abbottabad

Nach bin Ladens Tod vor drei Wochen hatten die radikalislamischen Taliban mit Vergeltungsschlägen gedroht. In den vergangenen zwei Wochen waren bei Selbstmordanschlägen auf eine Militärakademie und einen US-Konvoi etwa 80 Menschen getötet worden.

Die Tatsache, dass sich auch die Marine nicht gegen Angriffe der Taliban zu schützen weiß, dürfte das Ansehen der pakistanischen Streitkräfte weiter schmälern. Sicherheitsexperten befürchten, dass Kämpfer der Taliban eines Tages den Standort der pakistanischen Atombomben erfahren und dann diese Stützpunkte attackieren könnten, um an die Nuklearwaffen zu gelangen.

Autorin: Gönna Ketels (dapd, dpa, rtr)
Redaktion: Christian Walz

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