1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Nahost

Blogger Badawi erneut von Stockhieben verschont

Aufgeschoben - oder still und heimlich aufgehoben? Auch an diesem Freitag entging der saudische Blogger Raif Badawi den planmäßigen Schlägen nach dem Prügelurteil im Herbst. Spielt das Köngshaus jetzt auf Zeit?

Die Bestrafung des saudischen Bloggers und Regierungskritikers Raif Badawi ist erneut aufgeschoben worden. Der Grund dafür sei unklar, teilte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Badawi sei weiterhin inhaftiert.

Der Blogger war im Herbst wegen Beleidigung des Islams zu tausend Stockhieben sowie zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Gegen seinen Anwalt wurde im vergangenen Juli eine 15-jährige Freiheitsstrafe verhängt.

Stillschweigender Aufschub

50 Hiebe musste Badawi am 9. Januar vor einer Moschee in der Hafenstadt Dschiddah am Roten Meer erdulden. An den beiden folgenden Freitagen wurde die weitere Vollstreckung des Urteils aus gesundheitlichen Gründen ausgesetzt. Für den seitherigen Aufschub nannte Riad keine Gründe.

Der Blogger hatte sich für eine Diskussion über das Verhältnis zwischen Staat und Religion in Saudi-Arabien eingesetzt. Daraufhin wurde ihm Beleidigung des Islams vorgeworfen. Das Schicksal des 31-Jährigen sorgte international für Bestürzung und Anteilnahme.

"Abstoßend und grausam"

Das Europaparlament hatte am Donnerstag die "sofortige und bedingungslose" Freilassung Badawis gefordert. Gerade dessen Verurteilung zu tausend Stockhieben sei eine "Beleidigung für den Islam", stellte das Straßburger Parlament in einer Entschließung fest. Die Prügelstrafe sei ein "abstoßendes und grausames" Vorgehen. Saudi-Arabien wäre als Partner im Kampf gegen den Terrorismus "glaubwürdiger", wenn es selbst auf solche "anachronistischen und extremistischen" Praktiken verzichtete, heißt es in dem Text weiter.

jj/uh (afp, kna)

Die Redaktion empfiehlt