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Kältewelle in Europa

Blitzeis sorgt für Chaos auf den Straßen

Unfälle und viele Notrufe - die Rettungskräfte in Deutschland haben nach dem Kälteeinbruch Schwerstarbeit geleistet. Inzwischen ist die Glatteiswarnung aber dank milderer Temperaturen fast überall aufgehoben.

Deutschland Blitzeis im Norden (picture-alliance/dpa/D. Bockwoldt)

Eine Gasse für den Streudienst - das war am Wochenende auf vielen deutschen Straßen Pflicht

Nur im Saarland und östlichen Rheinland-Pfalz könne es nach gefrierendem Regen noch verbreitet zu Glatteis kommen, meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD). In der neuen Woche rechnen die Meteorologen weiter mit leicht steigenden Temperaturen im Plusbereich.

Schneefall und Blitzeis haben in Teilen Deutschlands für abenteuerliche Verhältnisse auf den Straßen gesorgt. Besonders betroffen waren Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Nahe Hannover starb am Samstagabend ein Autofahrer, als sein Wagen von der verschneiten Straße rutschte und mit voller Wucht gegen einen Baum krachte.

Bei einer Karambolage auf der eisglatten Autobahn 46 bei Iserlohn wurden mindestens sechs Menschen verletzt, darunter mehrere Kinder. Fünf Autos seien an dem Unfall beteiligt gewesen, sagte ein Polizeisprecher.

Massenkarambolage endet glimpflich

Auf der A30 in Ostwestfalen krachten ebenfalls zahlreiche Autos ineinander. Bei der Massenkarambolage mit zwei Lastwagen und 14 Autos seien mit viel Glück nur vier Menschen leicht verletzt worden, teilte die Polizei mit. Nach einem kleinen Auffahrunfall in der Nähe von Löhne habe es auf der eisigen Fahrbahn eine Kettenreaktion gegeben.

Auch für Niedersachsen rief der DWD die höchste Unwetterwarnstufe aus. In Hannover wurde der Busverkehr der Verkehrsbetriebe wegen spiegelglatter Straßen eingestellt. Bereits am frühen Abend seien wegen der Witterung keine Busse mehr gefahren, sagte eine Sprecherin der Polizei. Straßenbahnen führen auf einigen Linien mit Einschränkungen, teilten die Hannoverschen Verkehrsbetriebe mit.

Deutschland Eisregen in Schleswig-Holstein (picture-alliance /dpa/B. Marks)

Fahrradfahren bei diesem Wetter - keine gute Idee

Die Feuerwehr der niedersächsischen Landeshauptstadt rückte innerhalb weniger Stunden zu 250 wetterbedingten Einsätzen aus. Etwa 550 Notrufe seien eingegangen, zusätzlich habe es wegen des Glatteises 250 Rettungseinsätze gegeben, teilte die Feuerwehr mit. In den meisten Fällen seien Verletzte mit Knochenbrüchen oder Prellungen in Krankenhäuser gebracht worden.

In Hamburg rutschten zahlreiche Fußgänger aus und stürzten. Die Feuerwehr der Hansestadt teilte mit, es habe mehr als 390 Einsätze wegen des Eisregens und der extremen Glätte gegeben. Mehrere Fußgänger, die auf glatten Wegen stürzten, kamen zu Schaden. Es sei aber niemand lebensgefährlich verletzt worden.

Während sich für Deutschland eine Entspannung der Wetterlage abzeichnet, hält der Winter andere Länder in Europa weiter fest im Griff. In Polen und Tschechien starben durch die Kältewelle mindestens zwölf Menschen.  In Griechenland fielen die Temperaturen mancherorts auf minus 17 Grad. Auf Kreta schneite es zum ersten Mal seit 40 Jahren.

Russland Moskauer Kälte (picture-alliance/TASS/dpa/M. Japaridze)

Die Moskauer sind strenge Winter gewöhnt - eine Kältewelle wie jetzt ist aber nicht die Regel

Eisiges Wetter in Istanbul und Moskau

In der türkischen Millionenmetropole Istanbul behinderte heftiger Schneefall den Verkehr. Am Flughafen Atatürk, dem größten der Türkei, wurden die Inlandsflüge bis Sonntagabend eingestellt. Auch zahlreiche internationale Verbindungen wurden gestrichen. Bei Temperaturen um minus 28 Grad fielen auch in der russischen Hauptstadt Moskau viele Flüge aus.

In Frankreich starben bei einem Busunfall in der Nähe von Lyon mindestens vier Menschen, etwa 20 wurden verletzt. Blitzeis in der Nacht wurde als mögliche Unfallursache genannt.

haz/ml (dpa)