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Asien

Blitzbesuch des US-Präsidenten

Barack Obama wollte den US-Truppen für ihren Einsatz danken. Ein Treffen mit Präsident Karsai platzte wegen schlechten Wetters. Alles in allem dauerte der Besuch drei Stunden.

US-Präsident Obama vor Soldaten (Foto: AP)

US-Präsident Obama bei seiner Truppe

"Wir können stolz sein, dass es heute weniger Gebiete gibt, die von den Taliban kontrolliert werden, und mehr Afghanen die Gelegenheit haben, in eine hoffnungsvolle Zukunft zu schauen." Der US-Präsident verwies bei seinem Überraschungsbesuch im Luftwaffenstützpunkt Bagram am Freitag (03.12.2010) auf seine Rede in der Militärakademie West Point vor einem Jahr, wo er eine Truppenverstärkung und eine Änderung der Strategie befohlen hatte. 90.000 amerikanische Soldaten versehen inzwischen in Afghanistan ihren Dienst. Die aggressivere Vorgehensweise gegen die Taliban und Mitglieder der Terrororganisation El Kaida bedeutet aber auch höhere Verluste. Seit Beginn der Operation "Enduring Freedom" sind 1076 amerikanische Soldaten in Afghanistan getötet worden.

Obama räumte ein, dass der Fortschritt sich nur langsam einstelle. Es stünden noch schwierige Tage bevor. Der Fortschritt habe seinen Preis, so der amerikanische Präsident. Das Ziel der Operation bleibe nach wie vor die Terrororganisation El Kaida zu zerschlagen und eine langfristige Partnerschaft mit dem afghanischen Volk einzugehen:

"Wir werden niemals wieder zulassen, dass dieses Land Terroristen eine Rückzugsmöglichkeit bietet, die die Vereinigten Staaten von Amerika angreifen."

Obama inmitten der Soldaten (Foto: AP)

Der Dank an die Soldaten

15-minütiges Telefonat

Schlechtes Wetter hatte verhindert, dass der US-Präsident sich mit seinem afghanischen Kollegen Hamid Karzai treffen konnte. Stattdessen telefonierten sie 15 Minuten lang. Dabei habe Obama, so heißt es aus dem Weißen Haus, keine Neuigkeiten zu verkünden gehabt. Die beiden hatten sich erst vor zwei Wochen für eine Stunde auf dem NATO-Gipfel in Lissabon getroffen. Themen waren damals die Übergabe der Verantwortung an die Afghanen und längerfristige Vereinbarungen. Über diese Fragen werde weiter diskutiert und sie seien auch Gegenstand des Telefonats gewesen, so Obamas Sprecher Robert Gibbs.

Nach Angaben des Weißen Hauses haben Obama und Karsai nicht über die Veröffentlichungen von Wikileaks gesprochen. Karzai wisse, so der Sprecher, dass Obamas Besuch in erster Linie den amerikanischen Truppen gegolten habe.

Keine neue Strategie für Afghanistan

Obama hatte in einem Krankenhaus verwundete Soldaten besucht und fünf von ihnen das Verwundetenabzeichen "Purple Heart" verliehen. Das letzte Mal besuchte Obama Afghanistan im März 2010. Die vor einem Jahr verkündete Afghanistan-Strategie wird derzeit überprüft. Das Ergebnis soll in gut einer Woche veröffentlicht werden. Es werde allerdings keine große Änderung erwartet, vielmehr gehe es darum festzustellen, so teilte das Weiße Haus vor kurzem mit, ob die Strategie die gewünschten Ergebnisse liefere und ob der Zeitplan sinnvoll sei.

Ende 2014, so ist es mit den NATO-Verbündeten abgesprochen, soll die Verantwortung für die Sicherheit des Landes an die afghanischen Truppen übergeben werden. Mitte nächsten Jahres sollen die ersten Truppen abziehen. Aus deutschen Regierungskreisen wird dabei betont, dass die Vorgehensweise mit den Verbündeten abgesprochen sei und ein größerer Truppenabzug erst ab 2012 stattfinden solle.

Autorin: Christina Bergmann, Washington

Redaktion: Sabine Faber

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