″Blinder Scheich″ in US-Haft gestorben | Aktuell Welt | DW | 19.02.2017
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Terrorismus

"Blinder Scheich" in US-Haft gestorben

Scheich Omar Abderrahman gilt als Drahtzieher des Anschlags auf das World Trade Center im Jahr 1993. Seit seiner Kindheit blind, war der Ägypter auch als "blinder Scheich" bekannt. Nun ist er in Haft gestorben.

Der wegen Terrorkomplotten in den USA inhaftierte Scheich Omar Abderrahman ist nach Behördenangaben in einem Gefängniskrankenhaus im Alter von 78 Jahren gestorben. Der ägyptische Geistliche war spiritueller Führer islamischer Militanter. Er hatte die radikale Gruppe Gamaa Islamija in Ägypten gegründet, die in den 1990er Jahren für eine Serie von Anschlägen und Morden an westlichen Touristen, der ägyptischen Polizei und koptischen Christen verantwortlich gemacht wurde.

Als Gelehrter in den USA

1990 floh Abderrahman in die USA und lehrte in einer Moschee in New Jersey. Nach dem Bombenanschlag auf das New Yorker World Trade Center im Februar 1993, bei dem es sechs Tote und rund 1000 Verletzte gab, wurde er festgenommen. Er wurde wegen Plänen zur Verübung einer Serie von Terrorattacken in New York verurteilt. Seitdem saß er im Gefängnis, galt vielen radikalen Muslimen aber weiter als Vorbild.

Nach Angaben der US-Gefängnisbehörde war er seit Längerem herz- und zuckerkrank. 2012 hatte der damalige ägyptische Präsident Mohammed Mursi Abderrahmans Überführung nach Ägypten aus humanitären Gründen gefordert und die USA um einen Gefangenenaustausch gebeten.

ust/haz (dpa, ap, afp)

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