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Aktuell Asien

Blinder Aktivist Chen entflieht Hausarrest

Dem Bürgerrechtler Chen Guangcheng ist es offenbar überraschend einfach gelungen, aus seinem streng bewachten Haus zu entkommen. Nun soll er sich an einem "sicheren Ort" in Peking aufhalten.

Die Familie Chens sowie internationale Menschenrechtsorganisationen berichteten, der 40-Jährige habe sich im Dorf Dongshigu nahe der Stadt Linyi in der ostchinesischen Provinz Shandong seinen Bewachern entzogen.

Die Bürgerrechtlerin He Peirong berichtete der britischen Zeitung "The Times“, er sei am Sonntagabend einfach über eine Mauer seines Hauses geklettert. Ohne Hilfe sei der Blinde stundenlang zu Fuß gelaufen, bevor er Kontakt zu ihr aufgenommen habe. Mit Hilfe von Freunden habe sie ihn dann an einen sicheren Ort gebracht. He fügte jedoch hinzu, die chinesischen Behörden fahndeten seit Donnerstag nach ihm, eine Garantie für seine Sicherheit gebe es daher nicht.

Nach Angaben der  USA ansässige Menschenrechtsorganisation ChinaAid versteckt sich der prominente Bürgerrechtler in der chinesischen Hauptstadt Peking. Noch ist es aber unklar, ob Chen sich in der US-Botschaft aufhält. Eine US-Sprecherin sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa lediglich: "Wir haben im Moment keine Informationen."

Eine Schlüsselfigur der Bürgerrechtsbewegung

Der Bürgerrechtler hatte sich mit seinem Einsatz für Opfer von Machtwillkür einen Namen gemacht und gilt als eine der Schlüsselfiguren der chinesischen Bürgerrechtsbewegung. Trotz Erblindung seit seiner Kindheit hatte er sich intensiv mit rechtlichen Fragen befasst und gehört heute zu den autodidaktischen "Rechtsanwälten“, die sich in China in Menschenrechtsfragen engagieren und Betroffene beraten.

Er zog vor allem mit Kritik an der rigiden Ein-Kind-Politik den Zorn Pekings auf sich, nachdem er zahlreiche erzwungene späte Abtreibungen und Sterilisierungen von Frauen in seiner Provinz Shandong aufgedeckt hatte. Seit Ablauf einer Haftstrafe im September 2010 war Chen ohne rechtliche Grundlage in seinem Haus festgehalten worden. Die USA hatten sich wiederholt für seine Freilassung eingesetzt.

GD/sti (afp, dpa, dapd)

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