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Kultur

Blick zurück in Schrecken

Die hohe Besucherzahl einer Foto-Ausstellung über den 11. September in Berlin zeigt: Die Bilder des Terrorangriffs haben auch ein Jahr danach noch nichts von ihrer Präsenz eingebüßt.

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Die Bilder im Kopf werden bleiben

Kaum hatte sich die Asche der brennenden Türme des World Trade Centers gelegt, da öffnete bereits ein paar Straßenzüge entfernt eine Ausstellung unter dem Motto "Here is New York" ("Hier ist New York"). Was zunächst als eine spontane Zusammenstellung von 100 Fotos gedacht war, entwickelte sich zu einer komplexen Sammlung: 7000 Bilder, aufgenommen von Amateuren und von professionellen Fotografen, sammelten sich an.

Collapse of the WTC 1

Einer der Türme des WTC am 11. September

5000 dieser Momentaufnahmen sind nun im Berliner Martin Gropius Bau zu sehen. Bereits über 50.000 Besucher haben die Ausstellung in etwas mehr als einem Monat besucht. Das waren mehr als jedes andere Museum mit den Bildern anzog, sagt Arne Mutert von der Bundeszentrale für politische Bildung. Er hat das Mammut-Projekt mit organisiert.

Der Untertitel der Ausstellung "Images of Democracy" ("Eindrücke der Demokratie") soll auch Signale in Deutschland setzen. Die Ausstellung sei eine Initiative von Bürgern, sich mit den Vorfällen auseinander zu setzen und die Diskussion über den 11. September nicht nur der Politik zu überlassen, so Mutert. Man brauche eine breite öffentliche Diskussion und dazu regten die Bilder an.

Firefighters in need of help

Ein Feuerwehrwagen auf Ground Zero

Ungehindert von der Filterfunktion, die die Medien bei diesen Bilder oft übernehmen, könnten sich Besucher der Ausstellung ihre eigene Meinung bilden über das, was sie sehen, sagt Mutert weiter.

Eine zusätzliche Ausstellung unter dem Titel: "Mein New York" gibt den Berlinern die Möglichkeit, auch in Deutschland und in ihrer Stadt einen Bezug zur Katastrophe herzustellen. Zu sehen sind beispielsweise Fotoaufnahmen, die vor dem 11. September entstanden, und Notizen dazu. So schrieb eine Berlinerin, deren Mann als Technischer Zeichner im World Trade Center gearbeitet hatte, dass sie die unvorstellbare Katastrophe schwer getroffen hätte. New York sei ihr zweites Zuhause gewesen.

Michael Shulan, Schriftsteller in New York, der die Ausstellung zusammen mit Freunden organisierte, ist überrascht von dem regen Interesse: Es zeige, dass Ground Zero für jeden Ort in der Welt stehen könne.

"Hier in New York" wird noch bis zum 7. Oktober 2002 in Berlin gezeigt. Danach ist die Ausstellung in Dresden, Düsseldorf, Stuttgart und Paris zu sehen.

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