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Aktuell Amerika

Blick nach vorn und zurück: Gauck in Peru

Die Vergangenheitsbewältigung ist eines der Lieblingsthemen des Bundespräsidenten. Bei seinem Besuch in Peru muss sich Joachim Gauck allerdings auch mit Drogenkriminalität und Korruption befassen.

Bundespräsident Gauck hat bei seinem Staatsbesuch in Peru zu einer offensiven Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ermutigt. Angesichts von bürgerkriegsähnlichen Konflikten in dem südamerikanischen Land in den achtziger und neunziger Jahren sagte Gauck, die Anerkennung von Schuld werde eine Nation nicht ruinieren. "Die Versuchung zu verdrängen ist groß, sie wirkt aber nur eine Generation", betonte er. Es dürfe allerdings nicht nur "an die jeweiligen Schandtaten der Gegenseite" erinnert werden.

"Das kann man lernen"

Bei blutigen Auseinandersetzungen zwischen der linken Guerilla "Leuchtender Pfad" und den Militärs waren in Peru etwa 70 000 Menschen ums Leben gekommen. Deutschland sei bereit, Peru bei dieser Aufarbeitung zu helfen, betonte Gauck. "Das kann man lernen."

Am Samstag will der Bundespräsident in Lima ein im Land selbst umstrittenes Museum der Erinnerung besuchen, das sich die Aufarbeitung der von Bürgerkrieg und Gewalt geprägten Geschichte Perus zur Aufgabe gemacht hat. Präsident Ollanta Humala, ein ehemaliger Oberst, nimmt an der Veranstaltung mit Gauck nicht teil.

Vereint im Kampf gegen die Drogen

Weiteres Thema der Gespräche am ersten Tag des Staatsbesuches in Lima war neben Armutsbekämpfung, Korruption und Entwicklungszusammenarbeit auch der Drogenhandel. Peru ist einer der weltweit größten Drogenproduzenten. Präsident Humala forderte größere Anstrengungen im Kampf gegen die Rauschgiftproduktion auch von den Ländern mit großen Drogenkonsum. Gauck sagte Peru auch an dieser Stelle deutsche Unterstützung zu. Deutschland habe zunehmend akzeptiert, dass es wegen seiner ökonomischen und politischen Bedeutung weltweit stärker gefordert sei. "Wenn man dieser Verantwortung treu bleiben will, muss auch auf dem Gebiet der Bekämpfung des Drogenhandels eine Menge getan werden."

ml/djo (dpa,afp)