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Fußball

Blick hinter die WM-Kulissen

In Berlin feierte der WM-Film "Die Mannschaft" Weltpremiere. Am Donnerstag ist Kinostart. Der englische DW-WM-Reporter Oliver Moody hat den Film schon gesehen und mit WM-Held Per Mertesacker gesprochen.

Der deutsche WM-Sieg in Brasilien wirkt schon fast wie eine ferne Erinnerung. Für uns auf der Nordhalbkugel, die wir uns bereits auf den Winter vorbereiten, wirken die sonnenverwöhnten Stadien von Salvador, Fortaleza oder Rio de Janeiro wieder so, wie sie wirklich sind: eine halbe Welt entfernt. Vielleicht ist es die Chance, die großen Momente des Turniers noch einmal zu durchleben, die den DFB-Film "Die Mannschaft" so verlockend machen. Ganz zu schweigen von den herrlichen Blicken, die Brasilien zu bieten hat.

Bundestrainer Löw im Kino in Berlin. Foto: Getty Images

Bundestrainer Löw im Kino in Berlin

Der Film begleitet die Mannschaft vom schwierigen Start im Trainingslager in Südtirol bis zur Siegerparty auf der Fanmeile am Brandenburger Tor. Das DFB-Filmteam erhielt während des gesamten Turniers Zugang zu Spielern und Trainerstab, die Kamera war immer dabei. Herausgekommen ist eine Innensicht auf das Projekt, an dessen Ende der vierte WM-Titel für Deutschland stand. Er könne immer noch nicht richtig fassen, dass er wirklich Weltmeister sei, sagt Verteidiger Per Mertesacker der DW, als er vor der Weltpremiere des Films in einem Berliner Kino über den Roten Teppich geht. Vielleicht helfe es ihm ja, das Geschehene zu begreifen, wenn er jetzt, einige Monate später, noch einmal die entscheidenden Momente auf der Leinwand sehe. Auch andere Mitglieder der Weltmeister-Mannschaft räumen ein, dass sie aufgeregt seien, sich als Hauptdarsteller eines Films zu sehen. Das ist selbst für Fußballstars, die Woche für Woche vor Zehntausenden von Fans spielen, nicht alltäglich.

Im Film fasst Per Mertesacker die 90 Minuten Inhalt mit einer Äußerung ziemlich gut zusammen. Angesprochen auf seine gereizte Stimmung während eines Interviews nach dem Spiel gegen Algerien, sagt Mertesacker: "Das zeigt, dass die Mannschaft nicht nur auf dem Platz lebt, sondern auch abseits davon."

Motivationsansprache vor dem Anpfiff

Der Film enthält Szenen aller sieben Spiele des DFB-Teams und zeigte alle Tore, die Joachim Löws Mannschaft in Brasilien erzielte. Die Sequenzen etwa der Siege gegen Portugal und Brasilien transportieren die schiere Begeisterung, die sich einstellte, wenn man die Mannschaft spielen sah. Doch die DFB-Dokumentation spiegelt auch die Spannung während der engeren Spiele wider, vor allem gegen Algerien und dann im Finale gegen Argentinien. Eine besondere Note verleihen dem Film jedoch vor allem jene Szenen, die hinter den Kulissen spielen. Interviews mit den Trainern und Taktik-Tafeln belegen, dass die deutsche Mannschaft das Unternehmen WM wirklich bis ins kleinste Detail plante. Es wird gezeigt, wie Trainer Löw und Kapitän Philipp Lahm die Mannschaft vor den Spielen in der Kabine einschwören. In einer anderen Szene windet sich Verteidiger Shkodran Mustafi bei einer Massage vor Schmerzen.

Filmszene: Bastian Schweinsteiger lauscht bei einer Pressekonferenz den Worten von Bundestrainer Joachim Löw

Innensicht: Bastian Schweinsteiger lauscht bei einer Pressekonferenz den Worten von Bundestrainer Joachim Löw

Müller kellnert im Dirndl, Kramer singt

Doch es gibt in dem Film auch lustige Momente. So ist Thomas Müller verkleidet als Kellnerin im rosafarbenen Dirndl zu sehen, nachdem er eine Wette verloren hat. Wir lernen daraus, dass selbst die erfolgreichsten Sportler nicht zwangsläufig die Bodenhaftung verlieren müssen. Christoph Kramers Interpretation von Ronan Keatings Song "When you say nothing at all", präsentiert als Einstand beim Nationalteam, zeigt uns, dass die Nationalkicker vielleicht besser als wir Fußball spielen mögen, aber singen, als hätte unser Onkel ein Glas über den Durst getrunken.

Pflicht für Fußballfans

Der Film "Die Mannschaft" ist mehr als nur Tore und Zitate aus Pressekonferenzen. Er lässt die Fans näher als gewöhnlich an ihre Idole heran und zeigt auch, was jenseits des Scheinwerferlichts geschah. Aber es bleibt ein Film über Fußball und Fußballer. Er wird bei jenen, die nach der WM die Nase von Fußball voll hatten, das Blut nicht in Wallung bringen. Pflicht ist der Film jedoch für alle Fans, die sich danach sehnen, noch einmal jene Wochen im Juni und Juli zurückzuholen, in denen der Fußball alles war.

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