″Blauzahn″-Münzschatz auf Rügen entdeckt | Aktuell Deutschland | DW | 16.04.2018
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Archäologie

"Blauzahn"-Münzschatz auf Rügen entdeckt

Archäologen sind begeistert: In einem Acker auf der größten deutschen Insel sind sie auf einen wertvollen Silberschatz aus dem späten 10. Jahrhundert gestoßen.

Auf einer Fläche von etwa 400 Quadratmetern nahe der Ortschaft Schaprode auf Rügen bargen Archäologen in den vergangenen Tagen Hals- und Armreife, Ringschmuck, Perlen, Fibeln und einen sogenannten Thorshammer. Außerdem fanden sie etwa 500 bis 600 teilweise zerhackte Münzen, von denen mehr als 100 Münzen der Regentschaft des legendären Dänenkönigs Harald Blauzahn (910-987) zugeordnet werden können.

"Herausragend"

"Dieser Schatz ist der größte Einzelfund von Blauzahn-Münzen im südlichen Ostseeraum und damit von herausragender Bedeutung", sagte der Archäologe und Grabungsleiter Michael Schirren vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern. Auf der benachbarten Insel Hiddensee war bereits in den Jahren 1872 und 1874 der berühmte Hiddenseer Goldschmuck entdeckt worden, der dem Dänenkönig beziehungsweise seinem engen Umfeld zugeschrieben wird.

Michael Schirren vor der Fundstelle (picture-alliance/dpa/S. Sauer)

Grabungsleiter Michael Schirren vor der Fundstelle bei Schaprode

Der als Wikinger geborene Blauzahn gilt als Begründer des dänischen Reiches, indem er das Land einte, das Christentum einführte und Reformen durchsetzte. Der umstrittene Herrscher war laut historischen Quellen nach der verlorenen Ostseeschlacht gegen seinen Sohn Sven Gabelbart (965-1014) im Jahr 986 nach Pommern geflohen, wo er ein Jahr später auf der Jormsburg (wohl beim heutigen Wollin/Swinemünde) starb.

wa/ie (dpa)

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