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Fußball

Blaue Flecken und Rote Karten

Neunmal standen sich Fußballteams aus Deutschland und Uruguay bisher gegenüber, dreimal bei Weltmeisterschaften. Fairness war selten angesagt, häufiger ging es richtig zur Sache.

Symbolbild FIFA WM 2010 Spiel um Platz drei, Flaggen von Uruguay und Deutschland. Grafik: DW

Schon beim ersten Aufeinandertreffen bei den Olympischen Spielen 1928 in Amsterdam flogen die Fetzen. Zwei deutsche und ein südamerikanischer Spieler wurden vom Platz gestellt. Uruguay siegte 4:1.

Polizei-Eskorte für Rotsünder

Uwe Seeler mit einem Seitfallzieher bei einem Länderspiel 1970. Foto: AP

WM '66: Ohrfeige für Uwe Seeler

Auch beim ersten WM-Duell beider Teams schlugen die Emotionen hoch. Es war das Viertelfinale der Weltmeisterschaft 1966 in England. Deutschland führte kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit mit 1:0, als Horacio Troche die Sicherungen durchbrannten. Er schlug Lothar Emmerich in den Unterleib und sah die Rote Karte. Auf dem Weg in die Kabine gab er Uwe Seeler noch eine Ohrfeige. Kurze Zeit später wurde mit Hector Silva der nächste Uruguayer des Feldes verwiesen – nach einem brutalen Foul an Helmut Haller. Silva weigerte sich, vom Platz zu gehen. Erst als englische Polizisten aufmarschierten, um ihn in die Kabine zu geleiten, fügte sich der Rot-Sünder. Am Ende gewann Deutschland 4:0.

Schon einmal Spiel um Platz drei

Torwart Horst Wolter bei der WM 1970 im Luftkampf mit zwei Uruguayern. Foto: AP

WM '70: Torwart Horst Wolter gegen zwei Uruguayer

Vier Jahre später, 1970 in Mexiko, verlief das nächste WM-Duell beider Teams wesentlich friedlicher. Im Spiel um Platz drei standen sich – wie jetzt in Südafrika – Uruguay und Deutschland gegenüber. Nur ein Tor fiel. Wolfgang Overath traf in der 27. Minute zum 1:0.

Wieder in Mexiko begegneten sich die beiden Teams 1986, im ersten WM-Vorrundenspiel. Diesmal langten die Spieler Uruguays abermals tüchtig hin. Klaus Allofs und Rudi Völler konnten nach dem Abpfiff ihre blauen Flecken kaum noch zählen. Vor allem auf die beiden Stürmer hatten es die beinharten Verteidiger abgesehen. Uruguay ging früh in Führung, Allofs glich kurz vor dem Abpfiff zum 1:1-Endstand aus und verhindert so einen Fehlstart der deutschen Mannschaft in das Turnier.

Paul widerlegen

Der orakelnde Tintenfisch Paul entscheidet sich für das deutsche, gegen das urugayische Glas. Foto: AP

Der orakelnde Tintenfisch Paul entscheidet sich für das deutsche, gegen das urugayische Glas

Insgesamt spielten Nationalteams beider Staaten neunmal gegeneinander. Sechsmal gewann Deutschland, einmal Uruguay, zwei Spiele endeten unentschieden. Diese Bilanz wollen die Südamerikaner unbedingt verbessern. "Die Deutschen zu schlagen und diese WM als Dritter zu beenden, wäre spektakulär", sagte Starstürmer Diego Forlan. Und Trainer Oscar Tabárez fügte mit einem Augenzwinkern hinzu. "Wir sind doppelt motiviert. Es geht nicht nur darum, gegen Deutschland zu gewinnen, es geht auch darum, den Tintenfisch zu schlagen." Die Krake Paul aus einem Aquarium in Oberhausen hatte sich nach langem Zögern für die Muschel im deutschen Glas entschieden. Bisher hatte der Tintenfisch mit seinen Vorhersagen zum Ausgang der deutschen Spiele bei der WM in Südafrika immer richtig gelegen.

Autor: Stefan Nestler
Redaktion: Tobias Oelmaier