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Fußball

Blatter soll zu DFB-Affäre aussagen

Die vom DFB beauftragte Kanzlei Freshfields will in der Affäre um die Vergabe der WM 2006 angeblich auch Joseph Blatter befragen. Die FIFA-Ethikkommisson beschäftigt sich mit Michel Platini - ohne dass er dabei ist.

Joseph Blatter mit Pflaster im Gesicht, nach der achtstündigen Anhörung durch die Ethikkommission. Foto: Getty Images

Gezeichnet: Joseph Blatter am Donnerstag nach der achtstündigen Anhörung durch die Ethikkommission

Die Kanzlei Freshfields will im Zuge ihrer Ermittlungen in der WM-Affäre nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" auch den derzeit suspendierten FIFA-Präsidenten Joseph Blatter anhören. Zudem sollen der frühere FIFA-Generalsekretär Urs Linsi und Markus Kattner, der diese Aufgabe derzeit kommissarisch innehat, auf der Zeugenliste von Freshfields stehen. Von Blatter, Linsi und Kattner erhoffen sich die Anwälte der vom DFB beauftragten Kanzlei offenbar Aufschluss über die dubiosen Geldflüsse zwischen dem deutschen Organisationskomitee der WM 2006 und der FIFA. Der Weltverband reagierte nach SZ-Angaben auf die Bitte aus Deutschland zurückhaltend. Man müsse erst mit Hilfe eigener Untersuchungen herausfinden, was damals geschehen sei, bevor man den DFB-Ermittlern Auskünfte gebe. Im Zentrum der Affäre steht eine Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro an die FIFA aus dem Jahr 2002, die laut Franz Beckenbauer, dem damaligen Chef des deutschen WM-Bewerbungskomitees, nötig war, um eine Zuschuss des Weltverbandes in Höhe von 170 Millionen Euro zu erhalten. Die FIFA bestreitet das. Der DFB erwartet, dass die Ermittlungsergebnisse von Freshfields Ende Februar vorliegen und will den Bericht öffentlich machen.

Blatters Anwälte: "Angemessen verhalten"

FIFA-Zentrale in Zürich. Foto: Getty Images

FIFA-Zentrale in Zürich

Ende Februar soll auch der Nachfolger Blatters als FIFA-Chef gewählt werden. Dass der 79-Jährige, wie er hofft, am 26. Februar den außerordentlichen FIFA-Kongress in Zürich selbst leitet, gilt als eher unwahrscheinlich. Ihm droht eine Sperre durch die rechtsprechende Kammer der FIFA-Ethikkommission. Das Gremium unter Leitung des deutschen Richters Hans-Joachim Eckert hatte Blatter

am Donnerstag

acht Stunden lang verhört. Dabei ging es um eine verdächtige Zahlung Blatters von umgerechnet 1,8 Millionen Euro an den derzeit ebenfalls suspendierten UEFA-Präsidenten Michel Platini im Jahr 2011. Beide behaupten, es habe sich um eine verspätete Honorarzahlung für Platinis Berater-Dienste aus den Jahren 1998 bis 2002 gehalten. Blatters Anwälte forderten nach der Anhörung, die Suspendierung aufzuheben. "Präsident Blatter freut sich auf ein Urteil zu seinen Gunsten, weil dies die Beweislage erfordert. Die Beweise zeigen, dass sich Präsident Blatter angemessen verhalten hat und sicher nicht gegen den Ethikcode der FIFA verstoßen hat", erklärten seine Anwälte.

Platini will notfalls beim CAS klagen

An diesem Freitag beschäftigt sich die FIFA-Ethikkammer mit Michel Platini. Der ebenfalls für 90 Tage suspendierte UEFA-Präsident erschien allerdings wie erwartet nicht persönlich zur Anhörung, sondern ließ sich von seinen Anwälten vertreten. Platini beklagt eine Vorverurteilung und hat bereits angekündigt, im Falle eines Schuldspruchs vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) zu ziehen. Das Urteil wird für kommenden Montag erwartet.

sn/ck (dpa, sid)

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