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Fußball

Blatter sieht sich als Opfer

Als Reaktion auf seine Sperre gibt Joseph Blatter eine Pressekonferenz. Er weist jede Schuld von sich und sieht sich als Opfer. Der gesperrte FIFA-Chef kündigt Einspruch gegen das Urteil der Ethikkommission an.

Auch bei seinem vermutlich letzten großen Auftritt im ehemaligen FIFA-Hauptquartier in Zürich blieb sich Blatter treu. Gleich zu Beginn der Pressekonferenz nahm er Anleihen an Nelson Mandela und beklagte fehlende Menschlichkeit und mangelnden Respekt von Seiten der FIFA-Ethikkommission, die ihn eine Stunde zuvor

für acht Jahre gesperrt hatte.

Pathetisch entschuldigte er sich bei den FIFA-Mitarbeitern und dem "Fußball", dass er, Blatter, als "Boxsack" in dieser Affäre missbraucht würde.

Ferner kündigte der 79-Jährige an, bei der FIFA-Berufungskommission Einspruch einzulegen, vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS zu ziehen und Schritte vor einem ordentlichen Schweizer Gericht einzuleiten.

Blatter spricht von Verrat

"Ich bin immer noch der Präsident", sagte Blatter während der mitunter wirren Pressekonferenz. So erlaubte sich Blatter in vier Sprachen inhaltliche Ausflüge, zum Beispiel zum Erfolg des FC Barcelona bei der Klub-WM oder dem Aufstieg des chinesischen Fußballs. Mit Blick auf das Urteil wies er jede persönliche Verfehlung, ob juristischer oder moralischer Natur, zurück. "Ja, verraten - das könnte das richtige Wort sein", sagte Blatter: "Ich war heute sehr traurig. Sonst bin ich das nicht. Aber ich bin auch ein Kämpfer. Es ist nicht möglich, dass diese Angelegenheit so zu Ende geht." Die Ethikkommission könne den Präsidenten gar nicht verbannen.

Ethikkommission glaubt nicht an "Gentlemen's Agreement"

Schweiz FIFA-Zentrale in Zürich

FIFA-Sitz in Zürich: Blatter bleibt nach Urteil ausgesperrt

Im weiteren Verlauf seines Statements schilderte er erneut seine Sicht auf die dubiose Zahlung von 1,8 Millionen Euro an den ebenfalls gesperrten UEFA-Boss Michel Platini. Er beklagte, dass die rechtssprechende Kammer der Ethikkommission seinen mündlichen Aussagen keinerlei Bedeutung beigemessen hätte. Platini hatte das Geld im Jahr 2011 von Blatter angeblich für lange zurückliegende Beratertätigkeiten (1998 bis 2002) erhalten.

Blatter habe in "seiner Eigenschaft als FIFA-Präsident" die Zahlung bewilligt, "die einer rechtlichen Grundlage im zwischen den beiden Offiziellen am 25. August 1999 schriftlich abgeschlossenen Vertrag entbehrte", teilte die Ethikkommission mit. Beide konnten keine "andere rechtliche Grundlage" nachweisen. "Die "Behauptung einer mündlichen Absprache" wurde als "nicht überzeugend" abgewiesen. Platini und seine Anwälte hatten ebenfalls vergeblich versucht, die Kammer von der Belastbarkeit einer mündlichen Vereinbarung zu überzeugen.

"Michel Platini und ich hatten eine mündliche Vereinbarung", sagte Blatter, "ein Gentlemen's Agreement, das 1998 nach der Weltmeisterschaft abgeschlossen wurde. Ich habe niemals mit Geld betrogen." Er empfinde keine "Schande".

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