1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Blatter wiedergewählt

1. Juni 2011

Joseph Blatter bleibt für weitere vier Jahre Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA. Die Delegierten des FIFA-Kongresses wählten den 75 Jahre alten Schweizer mit großer Mehrheit für eine vierte Amtszeit.

https://p.dw.com/p/11SS5
FIFA-Präsident Joseph Blatter nach seiner Wahl(Foto: ap)
Der neue und alte PräsidentBild: ap

Joseph Blatter bleibt trotz der massiven Krise beim Fußball-Weltverband FIFA-Präsident. Der 75-jährige Schweizer wurde auf dem 61. Kongress des Weltverbandes in Zürich mit 186 von 203 Delegierten-Stimmen für vier weitere Jahre wiedergewählt. Blatter hatte bei der Wahl keinen Widersacher, nachdem Mohamed bin Hammam seine Kandidatur am Wochenende zurückgezogen hatte. Wegen Korruptionsvorwürfen war der Katarer anschließend vorläufig suspendiert worden."Zusammen werden wir die nächsten vier Jahre bestreiten, vorausgesetzt, der liebe Gott gibt mir die Kraft, mein Werk fortzuführen", sagte Blatter nach seiner Wiederwahl. "Ich freue mich, dass es gelungen ist, Solidarität und Einheit wieder in die FIFA einziehen zu lassen."

FIFA-Kongress soll über WM-Ausrichter entscheiden

Delegierte aus Katar feiern mit FIFA-Präsident Blatter (r.) am 02.12.2010 den Zuschlag für die WM 2022. (Foto: AP)
Über WM-Vergaben soll künftig anders entschieden werdenBild: AP

In seiner Grundsatzrede hatte sich Blatter als "Kapitän in turbulenten Zeiten" bezeichnet. Das Schiff FIFA sei "in Schieflage geraten, vielleicht hat es sogar etwas Wasser". Der Schweizer kündigte "radikale Schritte, nicht nur kleine kosmetische Verbesserungen" an. Über die Vergabe von Weltmeisterschaften sollten künftig die 208 Delegierten der Mitgliedsverbände auf einem FIFA-Kongress entscheiden und nicht mehr wie bisher nur das 24-köpfige Exekutiv-Komitee, sagte der alte und neue FIFA-Chef. Blatter reagierte damit auf die jüngsten Korruptionsvorwürfe gegen mehrere Mitglieder des Exekutiv-Komitees. Angeblich sollen die Funktionäre Millionensummen dafür kassiert haben, dass sie für Katar als Ausrichter der WM 2022 stimmten. "Das war stark, das war konsequent. Dass in Zukunft der Kongress entscheidet, ist ein Schlag gegen mögliche Korruption. Darüber bin ich sehr froh", sagte das neue Exekutivkomitee-Mitglied Theo Zwanziger. Der DFB-Präsident zieht als Nachfolger von "Kaiser" Franz Beckenbauer in das höchste FIFA-Gremium ein.

"Ohrfeigen eingesteckt"

Blatters ursprünglicher Gegenkandidat Mohamed bin Hammam und FIFA-Vizepräsident Jack Warner waren beschuldigt worden, im Vorfeld der Abstimmung über den Präsidentenposten anderen FIFA-Mitgliedern Bestechungsgelder geboten zu haben. Bin Hammam zog seine Kandidatur zurück. Die Ethikkommission des Verbands suspendierte die beiden Funktionäre vorläufig. Er sei bestraft worden, ohne schuldig zu sein, erklärte bin Hammam. Dem Katarer wurde am Wahltag der Zutritt zum FIFA-Kongress verwehrt.

Auch Blatter selbst hatte vor der Ethikkommission aussagen müssen, war aber von ihr entlastet worden. "Wir haben Schläge eingesteckt und ich persönlich einige Ohrfeigen", sagte Blatter. "Die Verwarnung hat gut getan. Wir haben Fehler begangen und werden die Lektionen daraus ziehen."

Zwanziger fordert Überprüfung der WM-Vergabe 2022

DFB-Präsident Theo Zwanziger (Foto: dpa)
DFB-Präsident ZwanzigerBild: picture-alliance/dpa

DFB-Präsident Zwanziger forderte, die Vergabe der WM 2022 an Katar zu überprüfen. Die Presseberichte über Korruption hätten ihn alarmiert: "Ich muss nach dem, was ich dort lese, davon ausgehen, dass es einen beachtlichen Grad an Verdächtigung gibt, den man nicht einfach wegschieben kann." Der DFB-Chef forderte, die Skandale umfassend aufzuklären. "Man muss die Sünder und Täter bestrafen und gleichzeitig vorbeugende Mechanismen entwickeln, damit so etwas nicht wieder passieren kann."

Autor: Stefan Nestler
Redaktion: Arnulf Boettcher