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Sport

Blatter auf Friedensmission in Israel

Palästinas Fußballverband will Israel aus der FIFA rauswerfen lassen. FIFA-Boss Blatter versucht zu vermitteln. Nach einem Treffen mit Israels Präsident Netanjahu will er auch Palästinenser-Präsident Abbas treffen.

Um die Spannungen zwischen dem israelischen und dem palästinensischen Fußballverband zu lindern, sei Israel FIFA-Präsident Joseph Blatter zufolge zu einem "Friedensspiel" beider Mannschaften bereit. Das sagte Blatter israelischen Medien zufolge am Dienstag nach einem Treffen mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Blatter befindet sich derzeit auf einer "Friedensmission" im Nahen Osten, um zwischen Israel und dem Palästinensischen Fußballverband (PFA) zu vermitteln. Netanjahu sagte, Sport könne Nationen verbinden, seine Politisierung jedoch den Fußballverband "zerstören". Blatter will sich zu dem Politikum am Mittwoch auch mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas beraten.

Der Fußballverband Palästinas (PFA) hatte in einem Brief an alle FIFA-Mitgliedsstaaten seine Resolution für den Kongress des Weltverbandes Ende kommender Woche bekanntgegeben und erneut den Ausschluss Israels aus der FIFA gefordert. In dem Schreiben, das der ehemalige FIFA-Präsidentschaftskandidat Jerome Champagne am Samstag öffentlich machte, wendet sich der palästinensische Verband in einem mehrseitigen Brief an die 208 FIFA-Mitgliedsländer. Der PFA wirft den Israelis unter anderem Sanktionen vor, die den Fußball im Westjordanland und dem Gaza-Streifen massiv behindern sollen. Zudem soll der israelische Verband (IFA) nicht angemessen auf rassistische und diskriminierende Äußerungen von Vereinsvertretern des Top-Clubs Beitar Jerusalem reagiert haben.

Am Dienstag hatte sich der fußballpolitische Konflikt weiter verschärft. Rotem Kamer, Präsident des israelischen Verbandes IFA, bezeichnete den palästinensischen Antrag zum Ausschluss Israels aus der FIFA als "zynisch" und gegen den Geist des Sports gerichtet. "Das hat nichts mit Sport zu tun", sagte Kamer: "Wir sehen die Angelegenheit als klare Vermischung von Fußball und Politik an. Als etwas, das nichts beim FIFA-Kongress zu suchen hat." Palästinas Verbandspräsident Jibril Rajoub wies die Vorwürfe zurück. "Das hat mit der Politik nichts zu tun", sagte er. Das Ziel sei nicht der Ausschluss Israels, sondern, "den palästinensischen Sportlern zu helfen".

FIFA-Präsident Blatter bezeichnete den Konflikt vor seiner Reise nach Israel als "Aufgabe Nummer eins" vor dem Kongress des Weltverbandes. Sollte er es nicht schaffen, den Streit im Vorfeld des FIFA-Kongresses zu schlichten, müsste sich die Zusammenkunft der 209 FIFA-Mitglieder am 28. und 29. Mai in Zürich mit dem palästinensischen Antrag befassen.

asz (sid, dpa)

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