1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Blamage mit neuem Berliner Airport

Die Eröffnung des neuen Großflughafens Berlin Brandenburg ist knapp vier Wochen vor dem geplanten Termin geplatzt. Ein neuer Termin steht noch nicht fest. Ursache sind Probleme beim Brandschutz.

Der neue Hauptstadtflughafen in Berlin-Schönefeld wird erst an einem noch unbestimmten Termin nach den Sommerferien eröffnet. Die ursprünglich für 3. Juni geplante Inbetriebnahme wurde nun überraschend abgesagt. Grund seien Probleme mit Brandschutzanlagen, sagte der Chef der Flughafengesellschaft, Rainer Schwarz, in Schönefeld. Die Anlagen hätten "nicht den Reifegrad erreicht, die eine Abnahme erlauben würden". Ohne diese Abnahme könne ein öffentliches Terminal aber nicht in Betrieb gehen, sagte Schwarz. Die Inbetriebnahme des neuen Hauptstadt-Airports war bereits vor einem Jahr schon einmal verschoben worden.

Engpässe in Tegel möglich

Nach Einschätzung von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer ist die Verschiebung richtig. "Berlin kann sich keinen Pannenflughafen leisten", sagte der CSU-Politiker. Zwar sei der veränderte Starttermin "bedauerlich". Aber ein reibungsloser und absolut sicherer Betrieb müsse gewährleistet sein.

Mit Plakaten demonstrieren in Schönefeld Gegner des neuen Berlin Brandenburg Airports (Foto: dpa)

Proteste begleiteten den Bau des neuen Flughafens von Anfang an

Der teilweise schon begonnene Umzug von Tegel nach Schönefeld werde sofort gestoppt, sagte Schwarz. Regressforderungen der Fluggesellschaften wegen der Verschiebung des Eröffnungstermins seien nicht auszuschließen. Der Flugverkehr werde nun zunächst weiter an den bisherigen Standorten in Tegel und Schönefeld (alter Flughafen) abgewickelt, sagte Schwarz. Nach einer ersten Übersicht könnten alle Flüge wie geplant durchgeführt werden.

Die Lufthansa hat nach eigenen Angaben für den neuen Flughafen ihr größtes Expansionsprogramm in der Unternehmensgeschichte an einem Standort vorgesehen. So nahm sie einige neue Destinationen ab Berlin in ihr Flugprogramm auf, die jetzt ab Tegel angeflogen werden sollen. Die zusätzlichen Flüge in Tegel und Schönefeld zu realisieren, sei keine leichte Aufgabe, sagte der Leiter der Deutschen Flugsicherung Berlin, Hans Niebergall.

Dichtgedrängt stehen Komparsen beim Probebetrieb auf dem zukünftigen Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg (Foto: dpa)

Die Abläufe wurden bereits intensiv geprobt.

Publikumstage sollen trotz Absage stattfinden

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit sagte, dies sei "kein guter Tag" für den Flughafen und die Bürger der Region. Obwohl alles getan worden sei, um den Eröffnungstermin sicherzustellen, sei dies nun aus Brandschutz- und Sicherheitsgründen nicht möglich, fügte der SPD-Politiker hinzu, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH ist. Die Publikumstage am kommenden Wochenende sollen nach Wowereits Angaben trotz der Verschiebung der Eröffnung stattfinden. Personelle Konsequenzen schloss der Regierungschef aus.

Die feierliche Eröffnung des Flughafens am 24. Mai, zu der auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und 40.000 Gäste erwartet wurden, wurde abgesagt.

Technik-Chef räumt weitere Probleme ein

Flughafen-Technik-Chef Manfred Körtgen war kürzlich auf der Bilanzpressekonferenz der Flughafengesellschaft davon ausgegangen, dass bis 3. Juni die Brandschutzvorkehrungen sukzessive abgenommen sein würden. Mittlerweile wisse die Gesellschaft, "dass die Fertigstellung und anschließende bauliche Abnahme nicht mehr zu realisieren ist", sagte Körtgen. Er räumte weitere technische Probleme beispielsweise beim Check-in, bei Türsteuerungen und im Computersystem ein. Aber diese Probleme seien zu bewältigen gewesen und nicht relevant für die Inbetriebnahme des Flughafens.

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema