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Nahost

Blair verschärft Ton gegenüber dem Iran

Zwar setzt Großbritannien im Streit um die 15 festgenommenen Marine-Soldaten und Seeleute vorerst auf Diplomatie. Doch Premierminister Tony Blair hat der Regierung in Teheran eine härtere Gangart angedroht.

Britsche Navy-Soldaten auf Patrouille (Archivbild)

Britsche Navy-Soldaten auf Patrouille (Archivbild)

Sollten diplomatische Bemühungen erfolglos bleiben, sei man bereit, in "eine andere Phase" einzutreten, sagte Premierminister Tony Blair am Dienstag (27.3.) dem Fernsehsender GMTV. Eine Konkretisierung dieser Aussage lehnte er ab. Er betonte jedoch, der Iran müsse verstehen, dass die Festnahme britischer Soldaten, die sich unter UN-Mandat legal in irakischen Gewässern aufgehalten hätten, nicht hinnehmbar sei.

Racheaktion für festgenommene Iraner?

Tony Blair (Archivbild)

Tony Blair will den Iran unter Druck setzen

Blair verwahrte sich gegen Spekulationen, das iranische Vorgehen könnte eine Vergeltungsaktion für die Festnahme von fünf Iranern seitens der US-Streitkräfte im Irak sein. Die beiden Fälle hätten absolut nichts miteinander zu tun, betonte der Premierminister.

Die festgenommenen Iraner hätten allem Anschein nach versucht, die demokratisch gewählte Regierung des Iraks zu schwächen. Iranische Sicherheitskräfte, die sich im Irak aufhielten, könnten dies nur unter einem "Bruch des UN-Mandats" tun. Die gefangen genommenen Briten hätten dagegen nicht gegen UN-Beschlüsse gehandelt. Berichte über einen geplanten Austausch der britischen Soldaten gegen die Iraner in US-Gewahrsam wurden am Montag von Teheran entschieden zurückgewiesen.

Bei Kontrolle von Autoschmugglern festgenommen?

Der Rundfunksender BBC berichtete in der Nacht zum Dienstag, die 15 im Iran inhaftierten britischen Soldaten und Seeleute würden in Teheran verhört. Bei den Verhören durch die Revolutionswächter gehe es vor allem darum herauszufinden, ob sie als Spione gearbeitet hätten. Die Befragung soll demnach mehrere Tage dauern. Eine Sprecherin des britischen Außenministeriums wollte den Bericht nicht bestätigen.

Die Briten wurden am Freitag (23.3.) im Mündungsgebiet des Schatt el Arab im Norden des Persischen Golfs festgenommen, wo der exakte Grenzverlauf umstritten ist. Der Iran wirft den Briten vor, unbefugt in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen zu sein. Die US-Streitkräfte am Persischen Golf erklärten am Dienstag, die Briten hätten zum Zeitpunkt ihrer Festnahme ein unter indischer Flagge fahrendes Handelsschiff kontrolliert, in dem vermutlich Autos geschmuggelt worden seien.

Demnächst könnte Großbritannien Beweise veröffentlichen, dass die Soldaten anders als vom Iran behauptet nicht in Gewässer der Islamischen Republik gefahren seien, sagte Blairs Sprecher. Entsprechende Daten eines satellitengestützten Navigationssystems (GPS) hätten die Briten bisher noch nicht publiziert, "weil wir nicht wollen, dass dies eskaliert". Regierungskreisen zufolge hat Großbritannien die Aufzeichnungen dem Iran aber bereits zur Verfügung gestellt.

"Bedrückende Zeit" für Navy-Gefangene

Die Familie der 26-jährigen Faye Turney, der einzigen Frau unter den 15 Gefangenen, erklärte in einer Mitteilung, die Gruppe verbringe eine "bedrückende" Zeit und sei für "Unterstützung dankbar".

Die iranische Regierung betonte dagegen, dass es den Gefangenen gesundheitlich gut gehe. Sie würden human behandelt, sagte Außenamtssprecher Mohammed Ali Hosseini. Auch werde der Frau ihre eigene Privatsphäre zugestanden. Der Aufenthaltsort der Briten wurde weiter nicht bekannt gegeben. Erst müssten weitere Untersuchungen abgeschlossen werden, sagte Hosseini.

US-Marine startet Manöver

Unterdessen begann die amerikanische Marine am Dienstag im Persischen Golf mit dem größten Manöver seit der Invasion im Irak 2003. An der Übung nahmen zwei Trägerkampfgruppen, mehr als 100 Kampfflugzeuge und rund 10.000 Soldaten teil.

Der amerikanische Fregattenkapitän Kevin Aandahl erklärte aber, das Manöver stehe nicht in Zusammenhang mit der Festnahme von 15 britischen Soldaten durch iranische Truppen. Man wolle den Iran nicht bedrohen und werde auch nicht in iranischen Gewässern operieren. Die Übung diene allein der regionalen Stabilität und Sicherheit. (ana/stl)

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