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Politik

Blackwater-Chef verteidigt Sicherheitsfirma gegen schwere Vorwürfe

Nach den tödlichen Schüssen auf irakische Zivilisten hat der US-Kongress den privaten Sicherheitsdienst Blackwater zur Rechenschaft gezogen. Es gab eine hitzige Anhörung, die einiges zu Tage förderte.

Vermummter Bewaffneter in Flugzeug (AP Photo/Karel Prinsloo, File)

Blackwaters Söldner sind in Verruf geraten (Archivfoto)

Nach schweren Vorwürfen des US-Kongresses hat der Chef der im Irak eingesetzten Sicherheitsfirma Blackwater sein Unternehmen verteidigt. "Ich glaube, wir haben zu jeder Zeit angemessen gehandelt", sagte Erik Prince während einer Anhörung vor einem Ausschuss des Abgeordnetenhauses am Dienstag (02.10.2007). Nach einem am Vortag veröffentlichten Kongressbericht hatte es in den vergangenen drei Jahren 195 bewaffnete Zwischenfälle mit Blackwater-Angestellten im Irak gegeben, wobei in mehr als 80 Prozent der Fälle Beschäftigte der Firma als erste geschossen hätten.

Alkohol- und Drogenkonsum

Dem Bericht zufolge entließ das Unternehmen aus North Carolina mehr als 120 Mitarbeiter wegen missbräuchlicher Benutzung von Waffen oder Alkohol- und Drogenkonsums. Unter anderem soll ein betrunkener Beschäftigter an Weihnachten 2006 einen Leibwächter des damaligen irakischen Vizepräsidenten Adel Abdel Mahdi erschossen haben. Der Mitarbeiter sei zwar entlassen worden. Er habe aber ohne strafrechtliche Folgen in die USA zurückkehren können.

Blackwater-Chef Prince betonte indes, dass seine Angestellten im Irak ständig Gefahren ausgesetzt seien und dort regelmäßig unter Beschuss gerieten. Die Mitarbeiter der Firma hätten dabei in weniger als drei Prozent der Fälle als erste das Feuer eröffnet. Das Unternehmen bewacht im Irak vorwiegend US-Diplomaten.

Unschuldige Zivilisten getötet?

Blackwater war massiv kritisiert worden, nachdem bei einer Schießerei Mitte September nahe Bagdad elf Iraker von Angestellten der Firma getötet worden waren. Die irakische Regierung hatte betont, dass es sich um unschuldige Zivilisten gehandelt habe, während die privaten US-Sicherheitskräfte von einem bewaffneten Angriff sprachen. Ein hochrangiges US-Expertenteam begann derweil mit der Überprüfung der Aktivitäten privater US-Sicherheitsfirmen im Irak.

Seit 2001 habe Blackwater mehr als eine Milliarde Dollar (770 Millionen Euro) von der US-Regierung erhalten, so der Ausschussbericht. Darin wird auch das US-Außenministerium kritisiert, das private Sicherheitsfirmen im Irak zu wenig überwacht habe. (mas)

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