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Aktuell Europa

"Blackout" rückt Krim wieder in den Fokus

Im Süden der Ukraine werden Hochspannungsleitungen zerstört, auf der von Russland annektierten Krim geht daraufhin das Licht aus. Heizt der Sabotageakt den Konflikt der Nachbarländer neu an?

Von Russland annektiert, aber von der Ukraine abhängig: Ohne Energie vom ukrainisichen Festland geht auf Krim kaum etwas. Am Sonntag kommt es zum gefürchteten "Blackout". Elektrisches Licht, Internet, Fernsehen, Heizung: nichts geht mehr. Fast zwei Millionen Menschen auf der Halbinsel sitzen zwischenzeitlich im Dunkeln. Die Behörden rufen den Notstand aus. Der Montag wurde von der Führung der Krim wegen des Energiemangels zum arbeitsfreien Tag erklärt.

Gezielte Sabotage

Wie das staatliche ukrainische Energieunternehmen Ukrenergo bestätigte, hatte es am Samstag eine Explosion in der an die Krim angrenzenden ukrainischen Region Cherson gegeben. Dadurch seien die zwei noch funktionierenden Leitungen, die das Festland mit der Halbinsel verbinden, gekappt worden. Das Unternehmen zeigte auf seiner Webseite Fotos von einem zerstörten und einem beschädigten Strommast. Die Schäden wurden durch Artilleriefeuer oder Sprengsätze verursacht, wie Ukrenergo erklärte. Bereits am Freitag waren zwei Masten zerstört worden - vor Ort wurden Granatsplitter gefunden. Die Reparaturarbeiten sollen bis zu zwei Tage in Anspruch nehmen.

Mittlerweile sei die Situation "stabil und unter Kontrolle", sagte ein Behördensprecher auf der Krim. Mit eigenen Kraftwerken sowie mit Gasturbinen und Dieselgeneratoren sei die Versorgung zumindest teilweise wieder hergestellt worden - vor allem in den größeren Städten. Bei Außentemperaturen von plus 18 Grad Celsius in der Schwarzmeerregion bestehe auch keine große Gefahr durch abgeschaltete Heizungen. Die Brennstoffvorräte würden für mehrere Wochen reichen, heißt es.

Wer war es?

Der Regierungschef der Krim, Sergej Axionow, machte die Ukraine für die Sabotageakte verantwortlich. "Ich glaube nicht, dass die Ukraine die Verantwortlichen suchen wird", sagte Axionow. "Ihre Agenten haben es vielleicht selbst getan. Ich vermute, sie hat (ihnen) ihre Zustimmung gegeben." Die Sprecherin des ukrainischen Innenministeriums, Natalia Statiwko, betonte hingegen, Kiew kenne die Verantwortlichen nicht. Die Ermittlungen dauerten an.

Schon seit mehr als zwei Monaten blockieren Angehörige der Minderheit der Krimtataren und auch ukrainische Nationalisten Warentransporte auf die Halbinsel. Sie fordern von der prowestlichen Führung in Kiew auch das Kappen der Stromversorgung. Damit wollen sie die Freilassung gefangener Ukrainer in Russland und die Aufhebung von Krim-Einreiseverboten erreichen, die gegen krimtatarische Politiker verhängt wurden.

wa/qu (dpa, afp, rtr)

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