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Aktuell Asien

Blackout in Indien

Ein massiver Netzausfall hat in vielen Städten Indiens die Lichter ausgehen lassen. Betroffen waren rund 400 Millionen Menschen in neun Bundesstaten. Als Notmaßnahme wurden die Netze im Westen und Osten angezapft.

Hunderttausende Berufspendler strandeten in Zügen, in vielen Städten fielen die Ampelanlagen aus und verursachten ein Chaos im Berufsverkehr. In der Hauptstadt Neu Delhi stand die U-Bahn zeitweise vollständig still, konnte aber später den Betrieb bis zu einem Viertel des normalen Umfangs wieder aufnehmen. In Krankenhäusern und Notdiensten wurde auf Dieselgeneratoren umgestellt. Es könne bis zu zwölf Stunden dauern, die Stromversorgung wiederherzustellen, teilte der zuständige Energieversorger PSOC mit.

Das komplette Netz in der Region, in der etwa 28 Prozent der 1,2 Milliarden Inder leben, war den Angaben zufolge gegen 02.30 Uhr Ortszeit zusammengebrochen. Der Blackout sei möglicherweise ausgelöst worden, weil einige Staaten mehr Strom abriefen, als ihnen zustehe, so ein Unternehmenssprecher. Betroffen waren danach die Bundesstaten Delhi, Haryana, Himachal Pradesh, Jammu und Kaschmir, Madhya Pradesh, Punjab, Rajasthan, Uttaranchal und Uttar Pradesh.

Vordringliche Aufgabe sei jetzt die Wiederherstellung der Stromversorgung. Die Ursachenforschung erfolge später.

Energiemangel alltäglich

In den heißen Sommermonaten steigt der Energieverbrauch in Indien erheblich. Ausfälle sind wegen Engpässen in der Stromversorgung und dem veralteten Leitungsnetz keine Seltenheit, allerdings nicht unbedingt in dem Ausmaß vom Montag. In Spitzenzeiten hat der Subkontinent eine Energiedefizit von zwölf Prozent. Etwa 40 Prozent der Inder – das sind etwa 500 Millionen Menschen – sind nicht an das Leitungsnetz angeschlossen. Ursache sind unter anderem fehlende Kraftwerke und ein Mangel an Energieträgern.

gmf/se (dpa, afp, dapd, rtre)