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Wirtschaft

Blüten haben Konjunktur

Der Euro wird fälschungssicher, versprachen Politiker bei der Einführung der neuen Währung 2002. Doch in Europa gibt es immer mehr Euro-Falschgeld. Tendenz steigend.

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Die Zahl der Euro-Blüten steigt von Jahr zu Jahr. Im vergangenen Jahr wurden in Europa rund 550.000 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr gezogen - mehr als dreimal so viele wie noch im Vorjahr. Zwar ist die Zahl der Fälschungen gegenüber den neun Milliarden echter Banknoten immer noch gering, doch Anlass zur Entspannung gibt es deswegen noch lange nicht. Für Holger Bernsee vom Bund Deutscher Kriminalbeamter ist besonders heikel, dass es etliche Fälle gibt, in denen die Qualität mittlerweile so gut ist, dass auch durch oberflächliche Betrachtung durch Fachleute nicht sofort erkannt werden kann, dass es sich um eine Blüte handelt.

Profifälschungen sind erkennbar …

Das bedeutet: Geschäfte und sogar Banken können heute mit ihren Lesegeräten nicht immer zwischen echt und nachgemacht unterscheiden. Wirkliche Profi-Fälschungen überstehen mittlerweile problemlos diese Tests. Die Fälscher sind High-Tech-Spezialisten. Sie sind in internationalen Banden organisiert und fälschen das Geld im großen Stil.

Fälschen mit Farbkopierer im Keller eines Hinterhofes - das war gestern. Heute arbeiten die Banden mit Offset-Druck und können gleich mehrere Sicherheitsmerkmale, wie Wasserzeichen, Hologramm oder Sicherheitsfaden, imitieren. Immer mehr perfekte Fälschungen - für die Polizei eine dramatische Entwicklung. Dagegen sieht Wolfgang Söffner von der Deutschen Bundesbank keinen Grund zur Panik: "Die Fälschungen, die wir haben, sind handwerklich gesehen relativ grobe Fälschungen.

… aber nur unter Laborbedingungen

Selbst Profi-Fälschungen könne jeder selbst erkennen, meint der Fachmann. Man müsse eben genau hinsehen. Die alten Merkmale zum Testen eines Euro-Scheines, dieses Kippen, Sehen, Fühlen hätten weiter ihre Gültigkeit. Die Polizei sieht das nicht so. Wegen der immer besseren Qualität sind die Fälschungen ihrer Meinung nach nur sehr schwer zu erkennen. Die Banken haben es da einfacher: Ihre Prüfgeräte sind fein genug, um wirklich alle Blüten nachweisen zu können. Für den Bürger hingegen wird das zum Problem, meint Holger Bernsee vom Bund Deutscher Kriminalbeamter: Der arbeite ja normalerweise nicht unter Laborbedingungen.

In jedem Fall empfiehlt aber auch Holger Bernsee: Wer unsicher ist, sollte die Euro-Scheine anhand der Sicherheitsmerkmale erst einmal selbst testen. Das ist mitunter zwar aufwendig - viele Blüten lassen sich dadurch aber schon sicher erkennen. Im Zweifel helfen die Landeszentralbanken mit ihren speziellen Testgeräten weiter. Wichtig ist: Erkanntes Falschgeld muss sofort der Polizei gemeldet werden. Denn: Wer Blüten weiter gibt, macht sich strafbar.

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