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Blühen

Wenn die Kirschblüten blühen - das ist für viele Menschen die schönste Zeit im Jahr. Die Tage werden länger und das Wetter schöner. Dann dauert es nicht mehr lange bis es endlich Sommer wird.

Eine Biene fliegt auf einen Kirschblütenzweig

Die schönste Zeit des Jahres: der Frühling

Es ist schon beinahe zu einem geflügelten Wort geworden. Der Urlaub oder die Ferien gelten als die schönsten, ja kostbarsten Wochen des Jahres. Wer denkt dabei nicht an die Sommerzeit; zumindest aber an schönes Wetter, freundliche, helle Farben und gute Laune.

Nicht nur Blumen blühen...

Die schönste Zeit im Jahreskreis, in der Natur, ist – zumindest in unseren Breiten – die Zeit im Frühjahr und zu Beginn des Sommers, wenn alles blüht. Auch erklärte Freunde von Herbst und Winter werden sich dem Zauber dieser Zeit nicht verschließen. Blühen ist unser Stichwort in dieser Woche; und bei "blühen" denken wir natürlich auch an "Blüte" und "Blumen". Wobei keineswegs nur Blumen blühen.

Der Blütenzauber blühender Blumen, zumal der ersten – bei uns im Südwesten Deutschlands sind es die zartrosa blühenden Mandelbäume – ist nicht nur wunderschön anzusehen, der Blütenduft in frühlingshafter Landschaft betört alle Sinne. Es wundert nicht, dass seit den Tagen von Helmut Kohl als Kanzler der Bundesrepublik Deutschland das Bild von den blühenden Landschaften zu einem Begriff ungebremsten Optimismus und geradezu freudiger Zukunftserwartung geworden ist.

Betörende Blüten

Aber bevor auch unsere Fantasie bunte Blüten treibt, kehren wir zurück zu den Ursprüngen, zur Sprache, zum schwachen Zeitwort: zu "blühen". Um es gleich zu sagen: Blühen, Blume, und auch Blüte gehören sprachgeschichtlich gesehen sehr eng zusammen. Sie haben dieselbe indogermanische Wurzel, nämlich bhlo. Bäume, Sträucher und Blumen haben Blüten. Wann sie jeweils zu blühen beginnen, das ist unterschiedlich. Als Zeit der Blüte beziehungsweise des Blühens gilt aber im Allgemeinen das Frühjahr. Da wird durch das Blühhormon, das ist ein Wuchsstoff, das Blühen in den Sprossvegetationspunkten, den Knospen ausgelöst.

Das Blühen bezeichnet, einmal ganz sachlich und unverblümt ausgedrückt, jenen Zustand einer Pflanze, wenn sich aus einer Blütenknospe die Blüte entfaltet hat und aufgeblüht ist. Es ist dies ein zarter, ein frischer Zustand, der gewissermaßen die Grundlage für eine Vielfalt übertragener Bedeutungen von "Blühen" und "Blüte" bildet. Ein Mensch von blühender Gesundheit gilt als geradezu alterslos; die Blüte der Jugend, das in Schönheit erblühende Mädchen, der Mann, die Frau in der Blüte der Jahre. Nicht nur Pflanzen blühen und gedeihen, ebenso der Mensch, das kleine Kind. Und auch die Arbeit, und um es einmal poetisch auszudrücken: das Werk.

Unverblümte Stilblüten

Kunst und Wissenschaft blühen in den sprichwörtlich goldenen Zeiten. Wenn das Geschäft oder die Geschäfte blühen, bedeutet dies ganz prosaisch, dass es wirtschaftlich sehr gut geht. Ja, auch die Sprache treibt seltsame Blüten und es sind nicht nur die Stilblüten, jene unfreiwillig komischen Formulierungen, die sich keineswegs nur in Schulaufsätzen finden. Wer sich in seiner Art zu reden oder zu schreiben schöner bildhafter Redewendungen bedient, wessen Sprache eben gerade nicht direkt und unverblümt ist, der drückt sich in blumiger Sprache blumenreich aus, ja sagt dann bestimmte Dinge durch die Blume.

Etwas durch die Blume sagen bedeutet verhüllend, andeutend und umschreibend sprechen. Oder auch gar nichts zu sagen. Möglicherweise stammt diese Redensart aus der sogenannten Blumensprache. Seit langer Zeit haben die verschiedenen Blumen und ihre Blütenfarben symbolische Bedeutung. Diese hat sich auch in den Blumennamen niedergeschlagen. Man denke nur an "Männertreu" und die kleinen blauen Blüten des "Vergissmeinnicht". In vielen Landstrichen Europas war es üblich, dass das Mädchen bei der Brautwerbung dem Freier eine ganz bestimmte Blume überreichte, wenn sie ihn nicht wollte. Sie gab ihm also durch die Blume zu verstehen, was sie ansonsten unverblümt hätte sagen müssen.

Schon vergessen?

Es ist klar, was ohne Worte gesagt wird, wenn der Matrose im Hafen ein letztes Mal vor der großen Fahrt sein Mädchen in die Arme schließt und ihr ein Sträußchen blauer Vergissmeinnicht in die Hand drückt. Blau ist die Farbe der Treue. Und Treue ist dauerhaft. Über die Zeit des Blühens hinaus.

Fragen zum Text

Wenn das Geschäft blüht, ...

1. Läuft es wirtschaftlich schlecht.

2. hat man ein Blumengeschäft.

3. läuft es wirtschaftlich sehr gut.

Jemand, der etwas ganz unverblümt sagt, ...

1. schmeichelt jemandem.

2. spricht durch die Blume.

3. ist sehr direkt.

Blau ist die Farbe der ...

1. Liebe.

2. Treue.

3. Trauer.

Arbeitsauftrag

Frühling, Sommer, Herbst oder Winter – welche Jahreszeit mögen Sie am liebsten und warum? Schreiben Sie einen kurzen Aufsatz und lesen Sie ihn Ihrer Klasse vor.

Autor: Michael Utz

Redaktion: Ingo Pickel

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