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Sport

BKA: Ullrich war Stammkunde bei Fuentes

Nach Ermittlungen des Bundeskriminalamts war Jan Ullrich Stammkunde beim spanischen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes. Er soll 24 Mal zu Behandlungen nach Madrid gereist sein und dafür 80.000 Euro an Fuentes gezahlt haben.

Laut BKA Stammkunde bei Fuentes: Jan Ullrich. (Foto: AP)

Laut BKA Stammkunde bei Fuentes: Jan Ullrich

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat umfangreiche Beweise für Dopingpraktiken von Jan Ullrich in den Jahren 2003 bis 2006 zusammentragen. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel". Das BKA findet deutliche Worte im Fall Ullrich: "Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass der Beschuldigte Ullrich das Dopingsystem des spanischen Arztes Dr. Fuentes nutzte, um sich vertragswidrig mit leistungssteigernden Mitteln und Methoden auf seine Wettkämpfe vorzubereiten."

Die zentralen Beweise fanden die Fahnder der BKA-Einsatzgruppe Doping bei einer Razzia in der Wohnung des früheren Ullrich-Betreuers Rudy Pevenage auf einem Computer. Auf der Festplatte hatten Ermittler Daten rekonstruiert, die gelöscht worden waren. Dies geht nach Angaben des “Spiegel“ aus bislang unter Verschluss gehaltenen Akten der Bonner Staatsanwaltschaft hervor, die 2219 Seiten umfassen. Ex-Radprofi Jan Ullrich äußerte sich gegenüber der Staatsanwaltschaft zu den Vorwürfen nicht.

Pevenage: Ullrich wegen “Übergewichtsproblemen" bei Fuentes

2006 flog Doping-Arzt Eufemiano Fuentes auf (Foto: dpa)

2006 flog Doping-Arzt Eufemiano Fuentes auf

Sein Betreuer Pevenage hatte bei einer Vernehmung gestanden, dass Ullrich und Fuentes sich in dieser Zeit jährlich "fünf- bis sechsmal pro Jahr“ getroffen hätten. Von Blutbehandlungen bei Ullrich habe er “jedoch keine Kenntnis" gehabt. Vielmehr habe er den Kontakt zu Fuentes hergestellt, da er von Ullrich wegen dessen “Übergewichtsproblemen" darum gebeten worden war.

Vor allem die vom BKA ermittelten Zahlungen von Jan Ullrich an Fuentes in Höhe von 80.000 Euro könnten den Toursieger von 1997 nun vor neue juristische Probleme stellen. In einem Zivilverfahren gegen den Dopingexperten Werner Franke hatte Jan Ullrich behauptet, kein Geld an den spanischen Dopingarzt Fuentes überwiesen zu haben. Franke wiederum erklärte, der Tour-de-France-Sieger von 1997 habe Fuentes 35.000 Euro für die Anschaffung illegaler Substanzen gezahlt. Dies war Franke per Einstweiliger Verfügung untersagt worden. Jan Ullrich hat jegliches Doping stets bestritten.

Autor: Joscha Weber (sid/dpa)
Redaktion: Wolfgang van Kann