BKA: Fast 100 Übergriffe auf Christen und ihre Symbole | Aktuell Deutschland | DW | 02.02.2018
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Deutschland

BKA: Fast 100 Übergriffe auf Christen und ihre Symbole

Auch auf deutschem Boden werden Christen und deren Symbole zum Ziel von Attacken. Das Bundeskriminalamt erfasst solche Straftaten seit 2017 in einer eigenen Rubrik - auf Drängen des Innenministers.

Deutschland Messerattacke in Supermarkt in Hamburg (picture-alliance/dpa/M. Scholz)

Nach der Messerattacke in einem Hamburger Supermarkt im Juli - der Täter wollte deutsche Christen töten (Archivbild)

Im vergangenen Jahr hat es in Deutschland fast 100 gezielte Angriffe auf Christen gegeben. Darunter waren ein Mord, neun Körperverletzungen und ein Fall von Brandstiftung, wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe unter Berufung auf Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA) berichten.

In rund einem Viertel der Fälle wurden demnach Kirchen und christliche Symbole angegriffen. In mindestens 14 Fällen habe es "christenfeindliche Straftaten" unter Asylbewerbern und Flüchtlingen gegeben. Der Mordfall habe sich im April 2017 in Prien am Chiemsee ereignet und werde momentan vor Gericht verhandelt.

Herrmann: Kein Platz für christenfeindliche Gesinnung

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte darauf gedrängt, christenfeindliche Straftaten 2017 erstmals gesondert vom BKA erfassen zu lassen. Sein bayerischer Amtskollege Joachim Herrmann (CSU) sagte den Funke-Zeitungen, Integration in Deutschland bedeute, "ohne Wenn und Aber" die christlich-abendländische Wertekultur zu tolerieren.

Wer hier leben wolle, müsse sich "von einer christenfeindlichen Gesinnung verabschieden", sagte Herrmann und fügte hinzu: "Sonst ist er in unserem Land schlicht nicht willkommen." Das sei kein bloßer Wunsch an die Flüchtlinge, "sondern eine zwingende Forderung".

Der Innenpolitiker und Justiziar der Unionsfraktion im Bundestag, Ansgar Heveling (CDU), begrüßte, dass jetzt "Klarheit über das Ausmaß" der Übergriffe bestehe. Er sagte den Funke-Blättern, die Zahl von fast 100 festgestellten christenfeindlichen Straftaten sei "alarmierend". Es sei nun wichtig, alles zum Schutz von Christen und christlichen Einrichtungen zu unternehmen.

jj/haz (kna, epd)