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Aktuell Asien

Bizarrer Personenkult in Nordkorea

Zum 100. Geburtstag des verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung hat Nordkoreas Militär die Muskeln gezeigt. Für Überraschung sorgte eine erste öffentliche Rede des neuen Machthabers.

Zwei Tage nach einem international kritisierten missglückten Raketenstart hat Nordkorea mit einer Massenparade und Lobeshymnen den 100. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il Sung gefeiert und damit zugleich militärische Stärke demonstriert. Für Überraschung sorgte Staatschef Kim Jong Un, der Enkel des verstorbenen Staatsgründers, damit, dass er sich bei der pomösen Parade öffentlich zu Wort meldete. Sein Vorgänger und Vater Kim Jong Il hatte solche Paraden jahrelang lediglich schweigend verfolgt.

Video ansehen 01:18

Kim Jong Un hält erste Rede

Inhaltlich brachte die Rede kaum Neues. Mit monotoner Stimme verlas der seit Ende 2011 an der Staatsspitze stehende Kim Jong Un eine Würdigung für seine beiden direkten Vorgänger, seinen Großvater und seinen Vater. Sie seien "Gründer und Erbauer" der "revolutionären Streitkräfte" gewesen. Der neue Staatsführer betonte in der vom Staatsfernsehen übertragenen Ansprache zudem, er werde die Politik seines im Dezember verstorbenen Vaters fortsetzen. Es sei unbedingt erforderlich, die Armee weiter zu stärken.

Kim Jong Un nahm die Militärparade vor Zehntausenden von jubelnden Soldaten und Zivilisten in der Hauptstadt Pjöngjang inmitten der nordkoreanischen Generalität ab. Soldaten präsentierten zu Ehren des neuen Machthabers Karten mit dessen Namen und der Parole "stark und wohlhabend". Das kommunistisch regierte Land gilt als bitterarm.

Nordkorea Militärparade 100. Geburtstag von Kim Il Sung (Foto: dapd)

Staatschef Kim Jong Un bei der Militärparade zum 100. Geburtstag seines Großvaters Kim Il Sung

Schlappe beim fehlgeschlagenen Raketenstart

Zwei Tage zuvor war der Start einer Langstreckenrakete für Nordkoreas neuen Machthaber in einem Desaster geendet. Eigentlich sollte mit einem erfolgreichen Abschuss der 100. Geburtstag des Staatsgründers und die Machtübernahme von Kim Jong Un gekrönt werden. Aber schon nach wenigen Minuten und gerade einmal rund 100 Kilometern explodierte die Rakete über dem Meer zwischen der koreanischen Halbinsel und China.

Die USA und ihre Verbündeten vermuteten hinter dem Raketenabschuss den verdeckten Test einer Interkontinentalrakete, die einen atomaren Sprengkopf tragen könnte. Verhaltene Kritik kam auch von Russland und China. Nach Angaben Nordkoreas sollte lediglich ein Satellit ins All transportiert werden.

Der in dem kommunistischen Land als "Großer Führer" titulierte Staatsgründer und Ex-Diktator Kim Il Sung starb 1994. Sein Geburtstag gilt als höchster nationaler Feiertag. Kim Jong Un übernahm von ihm und seinem Vater Kim Jong Il auch den schon vorher eingeführten bizarren Personenkult. Bereits am Freitag waren in Pjöngjang überlebensgroße Statuen von Kim Il Sung und Kim Jong Il enthüllt worden.

hp/as/kis (rtr, dpa)

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