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Top-Thema – Podcast

Bitte zahlen Sie jetzt

Gerichtsvollzieher sind keine gern gesehenen Gäste. Ihre Aufgabe ist es, Schulden einzutreiben. Dafür brauchen sie bequeme Schuhe und viel Geduld. Denn oft genug warten Gerichtsvollzieher vergeblich vor der Haustür.

Schulden eintreiben – das ist die tägliche Arbeit von Herbert Langenberg. Als Gerichtsvollzieher arbeitet er im Kölner Agnesviertel. Er erzählt: "Ich war hier schon fast in jedem Haus. Schuldner gibt es eben überall." Auch heute ist er wieder unterwegs. Sein erstes Ziel: ein großes Mietshaus an einer viel befahrenen Straße. Hier wohnt die gesuchte Schuldnerin, doch ihr Name steht nicht an der Tür.

Die Frau schuldet dem Gericht 1000 Euro – die möchte Langenberg von ihr bekommen. Zahlt die Frau nicht, droht ihr ein Haftbefehl. Der Gerichtsvollzieher drückt immer wieder alle Klingelknöpfe. Minuten später wird die Haustür geöffnet. Da Langenberg nicht weiß, in welcher Wohnung die Frau wohnt, läuft er von Wohnungstür zu Wohnungstür und fragt Nachbarn. Vergeblich. Die Frau ist nicht zu Hause, oder sie öffnet nicht.

So ist es meistens. Langenberg erzählt: "In zwei Dritteln aller Fälle treffe ich die Schuldner nicht an und stehe vor verschlossener Türe." Er kündigt dann weitere Besuche an und hinterlässt Nachrichten im Briefkasten. Sein Ziel ist es, dem Gläubiger zu seinem Geld zu verhelfen. Meist geht es um offene Strom- oder Handyrechnungen oder um unbezahlte Bußgelder.

Kann der Schuldner nicht bezahlen, werden manchmal Möbel, Elektrogeräte oder andere Wertsachen gepfändet oder versteigert. Doch Langenberg weiß, dass es bei den meisten nichts gibt, was genug Geld bringen würde. Wenn jemand gleich bezahlen kann, freut er sich besonders. Er sagt: "Das ist ein Erfolgserlebnis, wenn der Schuldner zahlt und ich die Quittung ausstelle. Dann ist die Sache für alle Beteiligten erledigt."

Glossar

Gerichtsvollzieher/in, der/die – der/die Beamte/Beamtin mit der Aufgabe, Schulden → einzutreiben

etwas eintreiben – dafür sorgen, dass Geld zurückgezahlt wird

Schuldner/in, der/die – die Person, die jemandem Geld zurückzahlen muss

viel befahren – so, dass irgendwo viele Autos fahren

etwas droht jemandem – hier: für jemanden besteht die Gefahr, dass etwas passiert

Haftbefehl, der – die Anordnung, jemanden festzunehmen

jemanden antreffen – jemanden finden

etwas ankündigen – sagen oder schreiben, dass etwas geschehen wird

etwas hinterlassen – hier: etwas an einem Ort zurücklassen

Gläubiger/in, der/die – die Person/Institution, die noch Geld von jemandem bekommt

jemandem zu etwas verhelfen – jemandem helfen, etwas zu bekommen

offen – hier: noch nicht gezahlt

Bußgeld, das – das Geld, das jemand zur Strafe für etwas zahlen muss

Wertsachen, die (Plural) – die wertvollen Gegenstände

etwas pfänden – hier: etwas von jemandem mitnehmen, um damit seine Schulden zurückzuzahlen

etwas versteigern – etwas zum größtmöglichen Preis verkaufen

eine Quittung ausstellen – hier: schriftlich bestätigen, dass man etwas bekommen hat

Beteiligte, der/die – die Person, die etwas mit einer Sache zu tun hat

Fragen zum Text

1. Gerichtsvollzieher brauchen für ihre Arbeit viel Geduld, weil …

a) sie immer lange mit den Schuldnern sprechen müssen.

b) Schuldner oft an viel befahrenen Straßen wohnen.

c) die Schuldner oft nur schwer zu finden sind.

2. Was könnte passieren, wenn die Frau dem Gericht die 1000 Euro nicht bezahlt?

a) Sie kommt ins Gefängnis.

b) Sie muss ein Bußgeld zahlen.

c) Sie bekommt eine Quittung ausgestellt.

3. Wenn Langenberg einen Schuldner nicht zuhause antrifft, …

a) wartet er, bis der Schuldner nach Hause kommt.

b) pfändet er Wertsachen.

c) hinterlässt er eine Nachricht.

4. Warum pfändet Langenberg nur selten Möbel?

a) Er hat zwar gute Schuhe, aber Möbel sind sehr schwer zu tragen.

b) Es lohnt sich finanziell meist nicht.

c) Elektrogeräte kann man für mehr Geld versteigern.

5. Langenberg hat schon vielen Gläubigern zu ihrem Geld …

a) verholfen.

b) verhilft.

c) verhelfen.

Arbeitsauftrag

Setzen Sie folgende Begriffe in den Lückentext ein: Gläubiger – Schuldner – hinterlassen – Gerichtsvollzieher – versteigert – einzutreiben – offene – Wertsachen – Bußgelder


__________ sind den ganzen Tag unterwegs, um Schulden __________. Deswegen besuchen sie die Wohnungen der __________. Wenn sie die gesuchte Person nicht antreffen, __________ die Gerichtsvollzieher eine Nachricht. Typische Schulden sind __________ Rechnungen oder __________. Kann ein Schuldner nicht zahlen, darf der Gerichtsvollzieher __________ pfänden. Diese können dann __________ werden. Das Geld dafür bekommt der __________.

Autorinnen: Monika Dittrich/Anne Gassen

Redaktion: Ingo Pickel

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