Bitcoin stürzt ab - Höhenflug vorbei? | Wirtschaft | DW | 22.12.2017
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Wirtschaft

Bitcoin stürzt ab - Höhenflug vorbei?

Die umstrittene Digitalwährung hat kurz vor Weihnachten deutlich an Wert verloren. Auf diversen Handelsplattformen rutschte der Bitcoin am Freitagmorgen unter die Marke von 13.000 Dollar.

Die Kryptowährung Bitcoin ist vor Weihnachten kräftig unter die Räder gekommen. Nachdem ein Bitcoin noch vor wenigen Tagen für mehr als 20.000 Dollar den Besitzer gewechselt hatte, fiel der Wert der Cyberdevise am Freitag binnen weniger Stunden um mehr als 20 Prozent. Mit Kursen um 12.570 Dollar wurde die Kryptowährung am Freitag so niedrig gehandelt, wie zuletzt Anfang Dezember. Timo Emden, Deutschland-Chef des Online-Brokers Daily-FX, sieht kurzfristig ein Ende des jüngsten Kaufrauschs: "Zahlreiche Privatanleger dürften sich in den letzten Tagen die Finger an digitalen Talern verbrannt haben." Auch andere Kryptowährungen wie Ethereum und Litecoin büßten am Freitag prozentual zweistellig an Wert ein.

Ein konkreter Auslöser für den Ausverkauf war am Freitag zwar nicht zu erkennen. Allerdings hatten seit Anfang der Woche Notenbanker, Politiker und Aufseher mit teils drastischen Worten vor hohen Verlusten bei Spekulationen mit Bitcoin gewarnt, die besonders Privatanleger in den Ruin treiben könnten. Zudem sorgte der Verdacht auf Insiderhandel beim Cyber-Börsenbetreiber Coinbase für Verunsicherung. Die Handelsplattform stellte ihren Betrieb Mitte der Woche sogar teilweise ein.

Notenbanker warnen

Überraschend deutliche Worte hatte am Montag der dänische Zentralbankchef Lars Rode gefunden: "Bleiben Sie weg. Das ist tödlich!", hatte er in einem landesweit zu hörenden Interview mit dem Radiosender DR gesagt. Stimmen, die ein Verbot der Cyberwährung oder zumindest enge Grenzen für die Spekulation mit Bitcoin forderten, wurden zuletzt immer lauter. Bundesbank-Chef Jens Weidmann warnte ebenfalls vor Verlusten, steht einem Verbot aber skeptisch gegenüber.

Vorläufiger Höhepunkt des Bitcoin-Hype war am Donnerstag die Ankündigung des US-Möbelhändlers Nova LifeStyle, künftig Bitcoin und andere Kryptowährungen regulär als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Die Aktie des Unternehmens katapultierte dies um 38 Prozent in die Höhe. Am Freitag berichtete die Finanzagentur Bloomberg, dass die US-Investmentbank Goldman Sachs einen eigenen Handelsbereich für Kryptowährungen wie Bitcoin schaffen will. Ein Sprecher des Geldhauses erklärte: "Als Reaktion auf das Kundeninteresse an digitalen Währungen prüfen wir, wie wir dieses am besten bedienen können."

Doch trotz aller Warnungen von Notenbankern und Experten: Seit zwei große US-Börsen Mitte Dezember Terminkontrakte auf den Bitcoin aufgelegt haben, ist die bekannteste Kryptowährung in der realen Finanzwelt angekommen.

tko/ zdh (rtr, dpa)

 

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